Die Kluft zwischen den gesellschaftlichen Anforderungen und der Realität in der Agrarbranche ist groß. Inwieweit eine nachhaltigere Produktion diesen Widerspruch auflösen kann, diskutieren Experten in Berlin. Eine wachsende Gruppe von Verbrauchern sei bereit, ihre Konsumentscheidungen an Kriterien der Nachhaltigkeit auszurichten, sagte Dr. Robert Kloos, Staatssekretär im Bundeslandwirtschaftsministerium heute auf den Agrarmarketingtagen 2011 in Berlin. Diesen Verbrauchern verlässliche und transparente Informationen zur Verfügung zu stellen sei sehr wichtig. „Die Schaffung von Transparenz ist das A und O", sagte Kloos hinsichtlich der Vielzahl von Nachhaltigkeitslabeln. Bei insgesamt 180 Gütesiegeln sei eine Orientierung derzeit schwierig. Die Bemühungen um einheitliche Standards, Kategorien für Nachhaltigkeitslabel oder ein Dachlabel sollten fortgesetzt werden. Je deutlicher die Präferenzen der Verbraucher erkennbar seien, desto besser könne die Wirtschaft darauf reagieren. Kloos betonte, dass Nachhaltigkeit nicht allein mit staatlicher Ordnungspolitik herzustellen sei. „Hier ist auch die Wirtschaft gefordert", sagte der Staatssekretär. Das Bundeslandwirtschaftsministerium begrüße ausdrücklich jeden Weg, der zu mehr Nachhaltigkeit in der Wirtschaft führe. (sch)
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