Agrarminister halten zu Ungarn


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Ungarn ist nicht das einzige EU-Mitglied, das sich gegen die Abschaffung der Maisintervention wehrt. Einer breiten Opposition sah sich EU-Agrarkommissarin Mariann Fischer Boel während einer ersten Aussprache im Ministerrat gegenübergestellt. Mit dem Protest Ungarns, das einen Anteil von über 90 Prozent an der Maisintervention in der EU hat, hatten auf dem Agrarministerrat am Montag in Brüssel alle gerechnet. Ungarn wurde im Rat von einer erstaunlich breiten Front von Mitgliedstaaten unterstützt, die von der Tschechischen Republik, der Slowakischen Republik, Bulgarien, Rumänien über Österreich bis Griechenland reichte. Zudem lehnen weitere Mitgliedstaaten die Abschaffung der Maisintervention im Wirtschaftsjahr 2007/08 ebenfalls ab, können sich aber abgeschwächte Formen vorstellen, berichtet die Agrarzeitung Ernährungsdienst in ihrer heutigen Ausgabe.

Von Polen, Spanien, Italien und Portugal wurden Übergangsszenarien ins Spiel gebracht: Man könnte den Interventionspreis von Mais senken, den Interventionszeitraum begrenzen oder eine Obergrenze für die Menge beschließen, wurde als möglicher Kompromiss genannt. Frankreich möchte zunächst abwarten, wie sich die verschärften Qualitätskriterien auf die Maisintervention auswirken werden. Im Rat sprachen sich lediglich das Vereinigte Königreich, Dänemark und Schweden für die Abschaffung der Maisintervention aus. (Mö)

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