Der Wert der Ressource Wasser wird in der Agrarpolitik noch nicht genügend beachtet. Eine systemische Bewertung der Landwirtschaft müsse die Verantwortung für die Wasserversorgung stärker beachten. „Landwirte müssen auch als Wasser-Wirte verstanden werden, sagte Prof. Hubert Wiggering vom Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung, Müncheberg, bei der KTBL-Jahrestagung zum Wassermanagement am Mittwoch in Hannover. Die Reform der Agrarpolitik werde noch völlig getrennt von der politischen Diskussion zur Wasserwirtschaft geführt, kritisiert Wiggering. Dabei sei die Landwirtschaft nicht nur ein wichtiger Verwender von Wasser. Sie verfüge auch über die Möglichkeit, Wasser vor Verschmutzung und Belastung zu bewahren. Diese Leistung soll nach Wiggerings Ansicht künftig honoriert werden, denn damit sinke der Aufwand, Wasser zu Trinkwasser aufzubereiten.

Eine Regelung des Wasserschutzes über Cross-Compliance-Auflagen lehnt Wiggering ab, weil dahinter eine negative Bewertung stehe. Vielmehr möchte er ein Anreizsystem eingerichtet sehen, das auf die regionalen Boden- und Wassergegebenheiten eingeht. (brs)
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