Eine Aufhebung des Verbots der Verfütterung tierischen Eiweißes findet Befürworter in der deutschen Politik. Oberste Priorität soll jedoch die Sicherheit haben. Als „heißes Eisen" bezeichnete Dr. Torsten Staack, ISN-Geschäftsführer, die Verfütterung von tierischem Eiweiß gestern während einer Diskussion auf dem parlamentarischen Abend der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) in Berlin.  Vor dem Hintergrund einer nachhaltigen Nutzung von Ressourcen sei sie jedoch eine interessante Option. 

Diese Einschätzung teilten Agrarpolitiker mehrerer Fraktionen. Angesichts knapper werdender Ressourcen müsse man sich erneut mit der Problematik auseinandersetzen, sagte Dr. Wilhelm Priesmeier, agrarpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion. Seiner Ansicht nach gebe es Möglichkeiten der Verwertung. Allerdings seien  auch entsprechend strenge Kontrollen notwendig, so der Parlamentarier. Keine grundsätzlichen Einwände gegen eine Aufhebung des Verbotes haben auch Franz-Josef Holzenkamp von der CDU und Friedrich Ostendorff von Bündnis90/Die Grünen, sofern die Sicherheit gewährleistet ist. Nach Ansicht von Dr. Christel Happach-Kasan von der FDP-Fraktion ist die grundsätzliche Entscheidung, K3-Material wieder als Futtermittel zuzulassen verantwortbar. Diese sollte baldmöglichst getroffen werden, so Happach-Kasan. (sch) 
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