Agrarrohstoffe profitieren von Sektlaune an den Finanzmärkten


Mit positiven Vorzeichen startet die Pariser Börse in das Jahr 2013. Exporteure fragen Weizen nach.

Raps an der Matif in Paris notierte heute Nachmittag gegen 15:40 Uhr mit 7,25 €/t im Plus bei 463,50 €/t für den Termin Februar 2013. Weichweizen für den scheidenden Frontmonat Januar wurde zu dem Zeitpunkt 4,50 €/t fester als noch am Silvestertag mit 254,75 €/t bewertet, der folgende Frontkontrakt März notierte 1,50 €/t schwächer. Auch die außenstehenden Märkte präsentieren sich an diesem ersten Handelstag 2013 von ihrer überaus freundlichen Seite. Der Deutsche Aktienindex DAX liegt mehr als 2 Prozent im Plus und notiert nahe der 7.800-Zähler-Marke. Zuvor hatten bereits Märkte in Asien positive Vorgaben geliefert.

An den weltweiten Börsenplätzen wird der Sprung über die Fiskalklippe mit der Vertagung des Haushaltsstreits in den USA gefeiert. In der Nacht zum Mittwoch hatte das US-Repräsentantenhaus dem Kompromiss des Senats zugestimmt und damit in letzter Minute verhindert, dass Konjunktur bremsende Steuererhöhungen und Sparprogramme in Kraft treten. Allerdings ist die nächste Haushaltsklippe bereits in Sicht: Denn spätestens im März werden die USA ihre Schuldenobergrenze erreicht haben, neue Sparverhandlungen drohen. Die Frage steht im Raum, wann an den Finanzmärkten die Katerstimmung eintritt.

Vor Neueröffnung des Handels in Chicago waren die Einschätzungen für die Entwicklung des Handels im Sog der „Fiscal Cliff“-Euphorie positiv. Weizen an der Chicago Board of Trade dürfte von internationaler Nachfrage profitieren. Der Irak und Syrien suchen derzeit Weizen per Tenderverfahren. In dem Bieterwettstreit über 100.000 t Weichweizen Richtung Syrien rechnen sich die USA gemeinsam mit Frankreich Chancen aus. Nach Handelsstart stehen die Agrarfutures in Chicago allesamt im Plus, auch wenn dies bei Mais und Weizen recht moderat ausfällt. Die Matif gibt zwar am späten Nachmittag einen Teil ihrer Tagesgewinne wieder ab, bleibt aber freundlich gestimmt.

In Deutschland zeigen sich norddeutsche Händler positiv gestimmt für den Weizenmarkt und gehen angesichts des knappen Angebots von tendenziell stabilen Preisen aus. Auch sie sprechen von Exportchancen in Richtung Nahost. Andere Marktteilnehmer wiederum halten die weitere Kursrichtung an den Börsen für „schwer einschätzbar“, da „frische Neuigkeiten“ fehlen.

B-Weizen, franko Hamburg, Basis Januar, wird von Abgebern heute mit einer Prämie von 14 €/t über dem Matif-Januar-Termin bewertet. Käufer sind allerdings nur bereit, 10 bis 11 €/t über Matif zu zahlen. Insgesamt wird das Geschehen am Kassamarkt als ruhig beschrieben. Viele Handelsbeteiligte sind noch im Winterurlaub. (pio)
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