Raiffeisen Waren GmbH

Agrarsparte drückt auf Zahlen

Die Raiffeisen Waren GmbH aus Kassel will im angelaufenen Geschäftsjahr mit digitalen Angeboten und Lösungen des Hauses wachsen. Über alle Sparten sollen sie ein wichtiger Innovationsfaktor sein. „Effiziente und digitale Logistikkonzepte runden die strategischen Ansätze zur Umsatz- und Ergebnissteigerung ab“, so Geschäftsführer Dr. Dirk Köckler.

Außerdem wolle man den bisherigen Wachstumskurs auch 2017 strategisch fortführen. Im Geschäftsjahr 2016 verringerte sich zwar der Umsatz im Konzern um 43 Mio. Euro auf 1,15 Mrd. Euro. Das Ergebnis vor Steuern jedoch fällt höher aus. 11,94 Mio. Euro anstatt 10,02 Mio. Euro erwirtschaftete die Raiffeisen Waren GmbH  2016 vor Steuern. Dabei konnte das Eigenkapital des Konzerns auf 145,7 Mio. Euro, die Eigenkapitalquote auf 31,9 Prozent gesteigert werden. Das hat das Unternehmen am Mittwoch bekannt gegeben.

Agrar hat hart zu käpfen

Die Sparte Agrar hatte besonders in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres mit den stark volatilen Märkten und deutlichen Preisrückgängen zu kämpfen. Geringe Erfassungsmengen aus der Getreideernte 2015 trübten das Geschäft zusätzlich, sodass die Situation erst mit der Getreideernte 2016 und deutlich gesteigerten Erfassungsmengen erkennbar verbessert werden konnte. Am Jahresende handelte das Unternehmen rund 770.000 t Getreide - und damit der größte Menge in der Unternehmensgeschichte. Der Umsatz sank um 14 Mio. Euro auf 326 Mio. Euro.

Getrieben durch internationale Handelsströme und ein Überangebot an Düngemitteln stemmte sich die Sparte gegen den Preisverfall im Düngemittelgeschäft. Weiter musste die Sparte leicht rückläufige Pflanzenschutzumsätze hinnehmen. Diese Entwicklung entstand durch die angespannte Liquiditätssituation in  der Landwirtschaft und der damit einhergehenden Zurückhaltung beim Betriebsmitteleinsatz. Ein Meilenstein für das Geschäft wurde mit der Inbetriebnahme des neuen Pflanzenschutzzentrallagers in Hillerse (Niedersachsen) geschaffen.

Eine positive Entwicklung konnte das Segment Saaten nach Angaben des Unternehmens verzeichnen. Das Geschäft wurde  durch die schlussendlich guten Erntemengen und -qualitäten belebt. Damit verbunden war eine weiterhin erfreuliche Entwicklung der Saatgutaufbereitungsanlage Großengottern.

Statt Milchkrise positive Zukunft

Geprägt von der Milchkrise war 2016 ein schwieriges Jahr für das Futtermittelgeschäft der Raiffeisen Waren GmbH. Dennoch blickt das Unternehmen positiv in die Zukunft. Die erfolgreich vollzogene VLOG-Umstellung (Verband Lebensmittel ohne Gentechnik e.V.) im Kraftfutterwerk Hamm und die damit verbundene Werks- und Logistiktrennung sollen  das Mischfuttergeschäft langfristig sichern.

Die Sparte Technik litt wie die Sparte Agrar unter der Liquiditätsproblematik innerhalb der Landwirtschaft und der Zurückstellung von Ersatzbeschaffungen und Neuinvestitionen. Trotz stabiler Marktanteile ist das Ergebnis mit  235 Mio. Euro und damit 8,0 Mio. Euro weniger als im Vorjahr nicht zufriedenstellend, auch wenn das Werkstatt- und Ersatzteilgeschäft innerhalb des Planungskorridors lag. Positiv aus Sicht der Geschäftsführung stellt sich die geplante Fortführung des Modernisierungs- und Sanierungsprogramms der Werkstätten in Hessen und Niedersachsen dar. Weiter fokussierte sich die Sparte auf die Entwicklung des Bereichs Precision Farming und die Internationalisierung des Gebrauchtmaschinengeschäfts.

Positives Tankstellengeschäft

Ein guter Geschäftsverlauf zeigte sich auch in der Sparte Energie. Wie in den Vorjahren wies das Tankstellengeschäft ein sehr positives Ergebnis aus. Im klassischen Heizölgeschäft verzeichnete die Sparte einen preisbedingten Umsatzrückgang. Zur Sicherung des Geschäfts im Bereich Diesel führte die Sparte strukturierte Vertriebsaktionen durch, die die positive Geschäftsentwicklung belebten und Marktanteile ausbauten. Zusätzliche Potenziale wurden durch die Bündelung des konzernweiten Einkaufs gehoben. Der Umsatz sank um 23 Mio. Euro auf 359 Mio.Euro.

Die Sparte Märkte mit ihrem Schwerpunkt im niedersächsischen Arbeitsgebiet, setzte den begonnen Konsolidierungskurs fort. Zwar bewegte sich der Umsatz mit 17 Mio. Euro und damit 3,0 Mio. Euro weniger in  etwa auf Vorjahresniveau, jedoch wurden durch verbesserte Einkaufsstrukturen mit Kooperationspartnern sowie der Neuausrichtung der Sortimentsbereiche die Ertragsspannen verbessert. (dg) 

stats