1

Die verschiedenen Agrarumweltprogramme in Deutschland müssen den neuen Bedingungen der EU-Agrarreform angepasst werden. Ein Spagat ist zu leisten, denn die Finanzierung wird wackeliger und die Anforderungen steigen. Das Spannungsfeld diskutierten Experten bei der Bundestagung der Landeskulturgesellschaft am Donnerstag in Weimar, von der die Agrarzeitung Ernährungsdienst in der heutigen Ausgabe berichtet. Im Zugzwang sind die Agrarumweltprogramme durch die Neuausrichtung der EU-Agrarpolitik, erläuterte Balthasar Huber von der Generaldirektion Landwirtschaft der EU-Kommission. "Was rechtlich verpflichtend ist, kann keine besondere Umweltleistung sein", verdeutlichte Huber. Nur ein Aufwand, der tatsächlich über die gute landwirtschaftliche Praxis hinausgehe, könne künftig mit einer Umweltprämie ausgeglichen werden. Eher an Bedeutung gewinnen werden Agrarumweltprogramme wie das Kulap in Thüringen gerade wegen der Neuausrichtung der EU-Agrarpolitik. Prof. Gerhard Breitschuh, Präsident der Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft (TLL) in Jena, sieht als Folge einheitlicher Flächenzahlungen eine Gefährdung der flächendeckenden Landbewirtschaftung. Denn nach TLL-Berechnungen wird auf vielen Ackerbaustandorten künftig keine Bullenmast oder Milchproduktion mehr stattfinden. Diese Kapazitäten werden nach Einschätzung Breitschuhs aber auch nicht an Grünlandstandorte wandern. Der Entwicklung Einhalt gebieten könnten nur gezielte Agrarumweltprogramme, bei denen nicht nur ein Höchstbesatz, sondern auch ein Mindestbesatz in der Tierhaltung definiert wird. (db)
stats