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Agrarwirtschaft braucht gute Stories

Noch immer befinde sich die Landwirtschaft in einer defensiven Position, so Bolz. Ein Patentrezept um dies zu lösen gebe es bisher nicht. Aus Erfahrungen in anderen Sektoren könne jedoch abgeleitet werden, dass Initativen zur Schaffung von "mehr Transparenz" in den Produktionsabläufen nicht ausreichen werde, um größere Akzeptanz in der Öffentlichkeit zu erhalten.

Megatrend Gesundheit


Fragen zur Landwirtschaft berühren seiner Ansicht den in der Gesellschaft seit Jahren herrschenden Trend zu "Gesundheit". Dieser bewege die heutige Gesellschaft in ganz besonderer Weise, da andere Themen weitgehend entfallen seien. Auch sei festzustellen, dass Fragen der Ernährung heute in größeren Teilen der Gesellschaft mit "quasi-religiösem" Eifer behandelt würden. Und gegen Emotionen sei mit Fakten kaum zu argumentieren, betonte der Medienexperte.

Neue Medien helfen


Den Weg über die Arbeit mit klassischen Medien wie Fernsehen oder großen Zeitungen in diese Entwicklungen einzugreifen hält Bolz für wenig aussichtsreich. Mehr Chancen sehe er in Initiativen in Internet-Basierten neuen (sozialen) Medien. Diese würden jedoch auch von der der Landwirtschaft gegenüber kritisch eingestellten Seiten intensiv genutzt. Dennoch stimme es ihn zuversichtlich, dass sich zunehmend landwirtschaftliche Gruppen in diesen Medien engagieren.

Für unbedingt notwendig halte er die Erarbeitung von positiv wirkenden "Stories", in welchen die Landwirtschaft über ihre Arbeit und Bedeutung für die Sicherung der Ernährung berichte. Diese gebe es bisher nur unzureichend, zumindest für die Situation in Deutschland. Anders stelle sich dies dar für die weltweite Bedeutung der Landwirtschaft. Hier gebe es Aspekte um sogar Themen wie die Gentechnik für das Wohl der Weltbevölkerung zielführend zu kommunizieren. (jst)  
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