Agrarwissenschaftler stärken Aigner bei der Biogasförderung


Der wissenschaftliche Beirat für Agrarpolitik schlägt den Bau von reinen Gülleanlagen zur Biogaserzeugung vor. Er stärkt damit die Position von Agrarministerin Ilse Aigner. Biogasanlagen, in denen mindestens 95 Prozent Gülle eingesetzt werden, sollten nach Ansicht der Agrarwissenschaftler eine besondere Förderung erhalten. Sinn dieser Maßnahme wäre jedoch weniger die Förderung der Biogaserzeugung, sondern mehr die Reduzierung der Methanemissionen aus der Gülle, heißt es in einem heute bekannt gewordenen Gutachten des Beirats zur Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG). Das Agrarministerium will gerade für kleinere Biogasanlagen von 75 KW mit um die 80 Prozent Gülleanteil eine eigene Förderstufe einführen. Das bei der EEG-Novelle tonangebende Umweltministerium sieht dies in seinem Gesetzentwurf bisher so nicht vor. Darin soll der Gülleeinsatz lediglich über eine Reststoffvergütung abgegolten werden.

Das Gutachten des Beirats ist allerdings von Ende April und damit vor Bekanntwerden der Reformüberlegungen zum EEG aus dem Umweltministerium von Anfang Mai. In den kommenden zwei Wochen werden sich Aigner und Umweltminister Norbert Röttgen auf eine gemeinsame Position zur EEG-Novelle einigen müssen. Am 6. Juni soll das Gesetz im Kabinett verabschiedet werden. (sta)
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