Hauptversammlung

Agravis im Wachstumsmodus


Dr. Clemens Große Frie
-- , Fotio: Agravis
Dr. Clemens Große Frie

In seiner Abschiedsrede vor der Agravis-Hauptversammlung versteckte Dr. Clemens Große Frie heute in Querfurt einige Überraschungen. „Kurz vor dem Start stehen wir mit einer völlig neuen Geschäftsformation. Wir werden in Hamburg eine Gründung mit Agravis-Mehrheit oberhalb von 90 Prozent zum Handel mit Braugerste national und international starten", kündigte der Agravis-Chef an. Dieses Projekt werde zusammen mit drei Experten aus dem internationalen Getreidehandel, die sich selbst an dieser Gesellschaft mit kleineren Anteilen beteiligen, realisiert. Dabei handelt es nach Informationen von agrarzeitung.de nicht um eine Akquisition. Vielmehr setzt das Unternehmen auf das Know how der Marktspezialisten. Und man werde auf vorhandene Infrastrukturen zurückgreifen.

 „Das Nischengeschäft Braugerste soll unser Portfolio als weitere Ergänzung beflügeln“, sagte Große Frie vor der Hauptversammlung heute bei der Agri Futura GmbH in Querfurt. Große Frie spricht von einem Handelsvolumen bis zu 750.000 t Braugerste im Jahr. Den Umsatz bezifferte er auf rund 150 Mio. Euro.“ Diese Gesellschaft werde eng mit dem Kooperationspartner von Agravis, der Danish Agro, zusammenarbeiten. Und Große Frie wollte nicht ausschließen, dass Danish Agro irgendwann in diese Gesellschaft einsteige.

Damit ist der Wachstumshunger von Agravis noch nicht gestillt. Weitere Übernahmen sind nicht ausgeschlossen. „Wir können uns gut vorstellen, eine Reihe kleinerer Handelssatelliten um unser Agrarerzeugnis-Geschäft zu positionieren eine entsprechende Konzentration und Aufmerksamkeit zukommen zu lassen", heißt es bei Agravis. Auch in Süddeutschland geht es munter weiter. Das Mischfutterwerk in Straubing soll im Sommer mit der Produktion starten. Darüberhinaus wird die Agravis Süd eine neue Gesellschaft Agravis Bamberg an einem ehemaligen Standort der Firma Mittelberger gründen.

Auch bei der Landtechnik tut sich etwas. Agravis will seine Anteile von 45 Prozent an der Technik Center Alpen GmbH auf 76 Prozent aufstocken. Das Kartellamt muss diesem Vorhaben noch zustimmen. Ferner seien durch Wettbewerberentschluss weitere Regionen im Rheinland für das Claas-Geschäft frei geworden. (da)
stats