Hauptversammlung

Agravis offen für Partnerschaften

Andreas Rickmers rechnet in diesem Jahr mit höheren Erntemengen.
-- , Foto: Agravis
Andreas Rickmers rechnet in diesem Jahr mit höheren Erntemengen.

„Das Geschäftsjahr 2017 wird ähnlich herausfordernd für die Landwirtschaft wie das Vorjahr“, eröffnete der neue Vorstandsvorsitzende Andreas Rickmers heute seine mit Spannung erwartete erste Rede vor der Hauptversammlung. Nachdem Umsatz und Ergebnis 2016 unter den Erwartungen blieben, startete das Unternehmen in den ersten vier Monaten 2017 mit einem Umsatz von 2,1 Mrd. € leicht über Vorjahr. Der Ergebnis vor Steuern sei mit 13 Mio. € im Soll, sagte Rickmers. Er glaubt, dass das Tal der Tränen durchschritten ist und erwartet für 2017 stabile Umsätze und Ergebnisse auf dem Niveau des Vorjahres, wobei er mit höheren Erntemengen rechnet.



Die Agravis positioniert Rickmers klar als nationales Agrar- und Dienstleistungsunternehmen, das grundsätzlich offen für Partnerschaften und Kooperationen sei. Vorbehaltlich der Zustimmung des Kartellamtes stehe die Übernahme der Mischfutterwerke der RWZ Rhein-Main in Neuss und Wiesbaden bevor. Nachdem Wettbewerber wie die HaGe in Bayern Mischfutterwerke geschlossen haben, produziert Agravis in seinem neuen Werk in Straubing nicht nur Spezial- sondern nun auch Mischfutter. Gemeinsam mit der Raiffeisen Hohe Mark Hamaland besetzt Agravis auch das Wachstumsfeld Bio-Futter.

Wenig Freude bereitet seit nunmehr drei Jahren der Geschäftsbereich Agrarerzeugnisse. „Hier haben wir Verluste geschrieben“, gibt Rickmers offen zu. Sein Augenmerk liegt darauf, Verluste zu reduzieren. Der frühere Cargill-Manager will dazu das Risikomanagement weiter optimieren und den Bereich auf seine Kernfunktion konzentrieren. Nämlich die lokale Versorgung der Verarbeiter von Getreide und Ölsaaten.

Als eine „große Baustelle“ bezeichnet Rickmers die Ceravis AG, an dessen Verlusten die Agravis mit 25 Prozent beteiligt ist. Hauptgesellschafter ist die dänische Dava mit 75 Prozent. „Wir werden weitere Anstrengungen unternehmen müssen, um Ceravis wieder in die Gewinnzone zu führen." Nach Informationen von agrarzeitung.de werden Schließungen von Standorten der früheren Getreide AG in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern nicht ausgeschlossen. (da)
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