Die Abkehr vom reinen Maissubstrat in ihren Biogasanlagen ist für die Agricapital zentrales Entwicklungsziel. Die Landwirtschaft ist dabei ein wichtiger Partner.

Die Agricapital GmbH, Münster, treibt die Diversifizierung ihres Biogassubstrats voran. Bis zum Jahr 2016 soll im Unternehmen nur noch halb so viel Mais in die Fermenter. Wie das Unternehmen mitteilt, werden vermehrt Hirse, Grassilage oder Getreide-GPS verarbeitet. Auch tierische Reststoffe werden zunehmend genutzt.

Mit Partnern in der Landwirtschaft hat das Unternehmen auf 100 ha Anbau- und Sortenversuche mit Hirse angelegt. Aktuell entstehe eine Biogasanlage in Sachsen-Anhalt, in der erstmals ein neues Konzept zur Düngemittelaufbereitung im großtechnischen Maßstab zum Einsatz kommen soll. Der Substratmix der Anlage bestehe zu einem großen Teil aus Hühnertrockenkot, das die Gärreste mit einem hohen Ammoniumanteil belaste. 

Ein Großteil des Ammoniums soll herausgelöst werden und ein hochwertiger und transportwürdiger Dünger als Endprodukt zurückbleiben. „Dieses Modell trägt vor allem in Regionen mit überwiegender Nutztierhaltung dazu bei, die Nährstoffproblematik zu verringern", sagt Dr. Anton Daubner, CEO der Luxemburger Holding. „Unser Ziel ist, landwirtschaftliche Rest- und Rohstoffe in einem vernünftigen Verhältnis einzusetzen, um Anbau- und Flächenkonkurrenzen entgegenzuwirken." 

Die Agricapital verfügt über 80 Standorte und einer elektrischen Anschlussleistung von insgesamt rund 70 Megawatt. Das Unternehmen zählt nach eigenen Angaben bereits heute zu den größten Energieerzeuger auf Biogasbasis in Europa. (brs)
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