Agritechnica: Lohnunternehmen mit Leistungsreserven


Die Lohnunternehmer in Deutschland erwarten 2011 ein Umsatzplus. Das mögliche Potenzial ist damit längst nicht ausgeschöpft. Alfred Schmid, Geschäftsführer des Bundesverbandes Lohnunternehmen (BLU), bezifferte die Umsatzerwartung der bundesweit mehr als 3.200 Betriebe heute anlässlich einer Pressekonferenz des Verbandes im Rahmen der Agritechnica in Hannover auf 3 Mrd. €. Dies entspricht einem Plus gegenüber dem Vorjahr von etwa 7 Prozent. Wachstumstreiber sei insbesondere der Sektor Biogas. Rund 20 Prozent des jährlichen Umsatzes würden die Lohnunternehmer investieren, um ihre Technik auf technisch einwandfreiem Stand zu halten. Die Unternehmen sind laut BLU-Geschäftsführer deshalb für die Agrartechnikindustrie eine der wichtigsten Zielgruppen, insbesondere bei teuren Spezialmaschinen.

Je nach Region erledigen Lohnunternehmer 60 bis 80 Prozent aller überbetrieblichen Arbeiten für Agrarkunden. Dennoch ist das Umsatzpotenzial in Deutschland nach Ansicht von Schmid bei weitem nicht ausgeschöpft und genügt nicht dem betriebswirtschaftlichen Anspruch einer kostengünstigen und modernen Mechanisierung. Schmid stellte dazu einen Vergleich mit der Landwirtschaft in den Niederlanden an. Während die Lohnunternehmer dort aktuell 1,4 Mrd. € Umsatz im landwirtschaftlichen Sektor erzielten, erreiche der Umsatz der Lohnbetriebe in Deutschland hier 2,0 Mrd. €. In Anbetracht des Größenunterschiedes beider Länder und unter Berücksichtigung der hohen Dichte an Veredelungsbetrieben in den Niederlanden müssten die deutschen Lohnunternehmer für einen Gleichstand mindestens 5,0 Mrd. € Umsatz pro Jahr in der Landwirtschaft erzielen. „Davon sind wir weit entfernt“, betonte Schmid. Bislang gebe es nur in den veredelungsstarken Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein „halbwegs vergleichbare Strukturen“. (Sz)
stats