Agritechnica: Unwetter nehmen zu

Deutsche Landwirte müssen sich künftig auf ein steigendes Unwetterpotenzial einstellen. Spezialversicherer bieten neue Produkte an. Die Gefahr von Starkregen, Hagel und Stürmen steigt. Peter Schemmel, Vereinigte Hagel, Gießen, bezifferte die diesjährigen Schäden in Deutschland heute anlässlich der Agritechnica in Hannover auf mehr als 500 Mio. €. Schemmel erwartet, dass die Durchschnittstemperatur in den kommenden Jahren während der Wintermonate zunehmen wird, begleitet von höheren Niederschlägen. Andererseits stellte er tendenziell trocknere Sommer in Aussicht.

Das größte Problem aus Sicht der Versicherer sieht Schemmel derzeit in Trockenschäden. Sie summieren sich in diesem Jahr seinen Angaben zufolge auf bundesweit 850 Mio. €, wobei vor allem Regionen in den neuen Bundesländern betroffen gewesen seien. „Wir befinden uns in einem Klimawandel“, betonte der Versicherungsexperte.

Schemmel zufolge sollten Landwirte eine Risikoabsicherung in ihren Unternehmen etablieren als Bestandteil eines Risikomanagementsystems. Er bedauerte, dass staatliche geförderte Mehrgefahrenversicherungen, wie sie in den meisten europäischen Ländern angeboten werden, in Deutschland bis heute nicht verfügbar sind. Die Vereinigte Hagel biete hier mit dem Produkt Secufarm eine Alternative. Secufarm sei modular aufgebaut und könne individuell für einzelne Ackerkulturen und nach regionalen Gefahrenpotenzialen zusammengestellt werden. Der Zuspruch sei rege, insbesondere bei Landwirten, die Mais für Biogasanlagen anbauen. (Sz)
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