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Der Getreidebedarf der derzeit errichteten Bioethanolanlagen wird Aufgaben auch für Agro-Service-Unternehmen bieten, wie die Agrarzeitung Ernährungsdienst in ihrer heutigen Ausgabe berichtet. Als erste Konsequenzen aus dem „mehr Markt für landwirtschaftliche Produkte“ der EU-Agrarreform schießen in Sachsen-Anhalt und Brandenburg großtechnische Anlagen zur Herstellung von Bioethanol wie Pilze aus dem Boden, erklärte Hartmut Hilgenfeld, Präsident des Fachverbandes der Agro-Service-Unternehmen, Berlin, auf dem 12. Verbandstag am Donnerstag in Brehda bei Halle/Saale. Der riesige Getreidebedarf der Bioethanolanlagen, der zum Teil bei weit über 500.000 t je Anlage und Jahr liege, benötige eine anspruchsvolle Logistik. Neben der Rohstoffversorgung der Anlagen gelte es, die anfallenden Koppelprodukte wieder in den Kreislauf zu bringen. Agro-Service-Unternehmen könnten die notwendigen technischen und organisatorischen Voraussetzungen dafür bieten; daher seien bereits erste Gespräche über eine zukünftige Zusammenarbeit beispielsweise mit dem Präsidenten und der Geschäftsführung des brandenburgischen Landesbauernverbandes geführt worden. Die teilweise gravierenden Rückgänge beim Betriebsmittelabsatz in der Landwirtschaft sowie die Umsatzeinbrüche im Getreidehandel belasten dagegen die Dienstleister. (GH)
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