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Bundesagrarministerin Ilse Aigner erwartet, dass Monsanto gegen das Anbauverbot der gentechnisch veränderten (GV-)Maissorte Mon810 klagen wird. Sie zeigt sich jedoch überzeugt, dass sie richtig gehandelt hat. Aigner beruft sich mit ihrer heute bekannt gegebenen Entscheidung für das Verbot auf zwei Studien, die für die luxemburgische Regierung Ende März Ausschlag für ein GV-Maisverbot gegeben haben. Ursprünglich hatte die CSU-Ministerin den Monitoring-Bericht von Monsanto als Entscheidungsgrundlage genannt. Monsanto vertreibt die bisher einzige in Deutschland zugelassene GV-Maissorte Mon 810. Allerdings hätten die dem BMELV unterstellten Bundesbehörden – das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, das Julius-Kühn-Institut und das Bundesamt für Naturschutz – keine einheitliche Auffassung zu diesem Monsanto-Bericht geliefert, sagte Aigner heute in Berlin.

Die Luxemburger Studien aus den Jahren 2008 und 2009 würden dagegen auf mögliche Gefahren für den Zweipunktmarienkäfer und Wasserorganismen hinweisen, erklärte die Ministerin weiter. Allerdings hätte das BMELV die Studien selbst nicht prüfen können. Dazu hätte der kurze Zeitraum bis zur Maisaussaat nicht ausgereicht. „Ich konnte nicht eher entscheiden, weil das Material nicht vorlag. Hätte ich jetzt aber gezögert, müsste man mir zu Recht den Vorwurf machen, nicht rechtzeitig entschieden zu haben“, begründete Aigner ihr Vorgehen. Das Ministerium geht nun davon aus, dass Monsanto gegen das Verbot klagen wird. „Der Dialog ist ausgereizt, es gibt nur noch den Rechtsweg“, hieß es. Die Landwirte müssten sich um Schadensersatz für bereits gekauftes GV-Saatgut keine Sorgen machen. Monsanto habe zugesagt, dass kein Landwirt den Schaden durch das Anbauverbot tragen müsse. (sta)

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