Zum Auftakt der UN-Konferenz „Rio+20" ruft Bundesagrarministerin Ilse Aigner dazu auf, die Weichen für mehr Umwelt- und Ressourcenschutz zu stellen. Eine zentrale Rolle soll die Landwirtschaft spielen. Die Konferenz für nachhaltige Entwicklung in Rio de Janeiro dürfe nicht zu einem Gipfel der vertanen Chancen werden, sagte Aigner heute in Berlin.

„Das Prinzip der Nachhaltigkeit gehört fest verankert, um die wichtigsten Lebensgrundlagen der Menschheit zu schützen", so die Ministerin. Das gelte auch in der Landwirtschaft und der Fischerei. Die Landwirtschaft spiele eine Schlüsselrolle für das nachhaltige Wirtschaftssystem im 21. Jahrhundert und stehe vor gewaltigen Herausforderungen. Aigner nannte die zunehmende Ressourcenknappheit, die Sicherung der Ernährung für eine steigende Weltbevölkerung, die Versorgung mit nachwachsenden Rohstoffen und den Umwelt- und Klimaschutz. 

Nach Ansicht der Ministerin hat Europa die Zeichen erkannt und wolle die anstehende Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik nach 2013 so gestalten, dass sie zu einer auf umweltverträglichem Wachstum basierenden Wirtschaft beiträgt. Aigner forderte die internationale Staatengemeinschaft auf, sich entschlossener für eine weltweite Reduzierung der Lebensmittelabfälle einzusetzen. In Entwicklungs- und Schwellenländern gelte es, die hohen Nachernteverluste zu reduzieren. 

Allein durch Produktionssteigerungen könne die Ernährung der Weltbevölkerung nicht sichergestellt werden, so Aigner. Die Entwicklung hin zu einer rentablen, sozial und ökologisch nachhaltigen bäuerlichen Landwirtschaft sei die zentrale Herausforderung in den Entwicklungsländern. Notwendig seien Investitionen in Infrastruktur, Technik und Know-how, jeweils angepasst an die Regionen. (az)  

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