Der Skandal um undeklariertes Pferdfleisch in Lebensmitteln weitet sich aus. Agrarministerin Ilse Aigner hat heute Agrarpolitiker im Bundestag informiert.

Insgesamt sind in Deutschland bislang  485 Proben auf Pferdefleisch genommen worden, von denen insgesamt 18 positiv ausfielen. Rückstände auf pharmazeutische Wirkstoffe seien bisher nicht festgestellt worden, stellte Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner heute im Agrarausschuss des Deutschen Bundestages fest.

Die Ministerin erklärte gegenüber den Agrarpolitikern weiter, dass täglich neue Produkte, Hersteller und Vertriebswege bekannt würden, über die teilweise unabhängig voneinander Pferdefleisch in Umlauf kam. Wer aber für eine Umdeklarierung des Pferdefleisches beim Ex- beziehungsweise Import verantwortlich sei, habe noch nicht ermittelt werden können.

Hinsichtlich der Verantwortung des Handels verwies Aigner darauf, dass „die Unternehmen für die gesamte Lebensmittelkette verantwortlich" seien.  Der Betrug lasse ihrer Ansicht nach  auch auf ein „unzureichendes Qualitätsmanagement" schließen. Aigner glaubt nach eigener Aussage jedoch nicht, dem Problem mit ausführlicheren Herkunftsbezeichnungen beikommen zu können. Die Waren seien bewusst falsch etikettiert worden. Dennoch kündigte Aigner an,  in diesem Bereich praktische Lösungen erarbeiten zu wollen. Bei allem Preisdruck müsse den  Händlern klar sein, dass „es keine Kompromisse bei der Sicherheit gibt", so die Ministerin.

Der Vorsitzende des Ausschusses, Hans-Michael Goldmann sprach sich für eine intensivere Kontrolldichte und eine bessere Ausstattung der Kontrollbehörden aus. Eine Ausweitung der Herkunftsdeklaration von Fleisch sieht er kritisch. Diese erhöhe zwar die Transparenz, hätte aber diesen Fall nicht verhindern können. Gerade für kleine Unternehmen wäre die Kennzeichnung in der Praxis schwer umzusetzen. Sofern sie auf verschiedene Lieferanten zurückgreifen, müssten immer wieder neue Verpackungen gedruckt werden. (sch)
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