Aigner startet Modellprojekt zu Regiofenster

Das Bundesverbraucherministerium verkündet einen weiteren Zwischenschritt in Sachen Regionalfenster. Noch ist vieles offen.

Den „Startschuss“ für das „erste Modellprojekt“ einer bundesweiten Regional-Kennzeichnung für Lebensmittel gibt das Bundesministerium für Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) in Berlin an diesem Freitag. Das Regionalfenster wird nach BMELV-Angaben nun in fünf Modellregionen erprobt.

Diese Modellregionen befinden sich unter anderem in Baden-Württemberg, Bayern und Hessen. Das Ministerium arbeitet dort mit Einzelhandelsunternehmen wie Edeka Süd und Tegut zusammen. Das BMELV erwartet, dass „voraussichtlich Anfang 2013“ erste Testprodukte mit dem neuen Regionalfenster in ausgewählten Supermärkten erhältlich sein werden.

Ein Projektteam um die Universität Kassel sowie Marketinggesellschaften in den einzelnen Erprobungsregionen werde nun einen Leitfaden für die Herkunftssicherung sowie Strukturen zur Prüfung und Nutzung der Kennzeichnung entwickeln, sagte eine BMELV-Sprecherin zu agrarzeitung.de.

Das Regionalfenster soll garantieren, dass die „Hauptzutat“ eines Produktes zu 100 Prozent aus einer „klar definierten Region“ stamme. Die Kennzeichnung müsse Informationen über die Herkunft der primären Zutaten sowie einen Hinweis auf die neutrale Überprüfung dieser Angaben bieten. Betrage die Hauptzutat eines verarbeiteten Produktes weniger als 50 Prozent des Gesamtgewichts, müssen weitere Zutaten aus der Region stammen „bis mindestens 51 Prozent des Gesamtgewichts erreicht sind.“

Die Definition der Region, die das BMELV zugrunde legt, ist dabei vergleichsweise flexibel. Die Bezeichung Region könne sich an Landschaften oder traditionellen Gebieten orientieren. Sie müsse aber anhand von „administrativen Grenzen“ genau festgelegt sein.

Mit 400.000 € fördert Ressortchefin Ilse Aigner das Projekt. Auf der Grünen Woche im Januar in Berlin hatte Aigner erstmals Vorschläge für eine freiwillige Regio-Kennzeichnung präsentiert. (pio)
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