Agrarministerin Ilse Aigner erweitert ihre Antibiotika-Strategie für die Tierhaltung. Die Länder sollen auffällige Betriebe zur Minimierung des Antibiotikaeinsatzes verpflichten können. Aigner ergänzt ihre im Januar vorgelegte Antibiotika-Strategie. Künftig sollen Betriebe, in denen übermäßig viele Antibiotika eingesetzt werden, nicht nur stärker überwacht sondern von den Landesbehörden auch zur Umsetzung eines individuellen Minimierungskonzeptes verpflichtet werden können. Das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMELV) hat einen entsprechenden Passus in den Entwurf für das Arzneimittelgesetz eingefügt, heißt es heute im BMELV. „Betriebe, in denen auffällig viele Antibiotika eingesetzt werden, müssen stärker überwacht werden“, begründete Aigner die Ergänzung am Mittwoch in Berlin.

Anfang Januar hatte Aigner ihre Antibiotika-Strategie vorgestellt, die vor allem darauf fußt, Daten über die Abgabe und Anwendung von Antibiotika in der Tierhaltung offen zu legen. Das BMELV will nun in Verhandlungen mit den Ländern treten, welche für die Arzneimittelkontrolle zuständig sind. Im März soll das Bundeskabinett das Arzneimittelgesetz beschließen. Nach Zustimmung im Bundestag und Bundesrat könnten die Verschärfungen frühestens im Herbst in Kraft treten. (sta)
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