Der Microsoft-Gründer auf Tournee in Berlin. Treffen mit der deutschen Landwirtschaftministerin, mit  dem Entwicklungsminister und dem CEO von Bayer Crop Science. Bekämpfung von Hunger und Armut als gemeinsames Ziel.

Bill Gates und Ilse Aigner Foto: BMELV / Wernicke
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Bill Gates und Ilse Aigner Foto: BMELV / Wernicke
Bei einem Treffen zwischen Bill Gates und Ilse Aigner in Berlin erklärte die Bundesministerin, die Landwirtschaft sei der Dreh- und Angelpunkt für die Entwicklung armer Länder. In vielen Entwicklungsländern sei das landwirtschaftliche Potenzial enorm, aber es werde nicht ausreichend genutzt. Aigner würdigte das Engagement der Bill und Melinda Gates Stiftung, die bereits über 2,2 Mrd. US-$ für Projekte der ländlichen Entwicklung bereitgestellt hat.

Gates, der zuvor an einer Klausurtagung der SPD teilgenommen hatte, erklärte in Berlin: „In den letzten 15 Jahren haben wir große Fortschritte gemacht. Die Anzahl der Menschen, die in extremer Armut leben, hat sich halbiert."

"Landwirtschaft stärken heißt vor allem: Nachhaltig in Landwirtschaft investieren", sagte Aigner in dem Gespräch mit Gates. Dabei betonte sie, dass es wichtig sei, Nahrungsmittel dort zu produzieren, wo sie gebraucht werden. Die Kleinbauern benötigen Unterstützung in Form von Wissen, standortangepasstem Saatgut und angepasster Infrastruktur.

Bei einem anschließenden Treffen von Gates mit Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel und Wirtschaftsvertretern beschlossen die Beteiligten, ihre Zusammenarbeit im Kampf gegen den weltweiten Hunger zu verstärken. Nach Angaben des Bundesentwicklungsministeriums (BMZ) sollen dazu insgesamt 80 Mio. € bereitgestellt werden. Das BMZ und die Bill und Melinda Gates Stiftung stellen jeweils 20 Mio. € zur Verfügung, während die deutsche und internationale Wirtschaft 40 Mio. € in Aussicht stellen. 

Liam Condon, Vorstandsvorsitzender der Bayer Crop Science AG, betonte stellvertretend für die beteiligten Unternehmen deren Absicht, mit Expertise, Know-how und finanziellen Ressourcen zur globalen Ernährungssicherheit beitragen zu wollen.

Das BMZ und Unternehmensvertreter der „German Food Partnership" (GFP) vereinbarten, die Produktion von wichtigen Grundnahrungsmitteln wie Kartoffeln oder Reis stärker zu fördern und den Nährwert dieser Nahrungsmittel zu steigern. Die GFP ist ein 2013 gegründetes Bündnis von 35 Unternehmen und Verbänden, das sich für die Förderung der Agrar- und Ernährungswirtschaft in Entwicklungsländern einsetzt. (hed/sch)

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