Aigner verbreitet Tierwohl-Optimismus


Verbraucher werden mehr zahlen für höhere Standards in der Tierhaltung, meint die Ministerin. In Berlin stellt sie das Tierschutz-Label des Deutschen Tierschutzbundes vor.

89 Prozent der Verbraucher finden es „sehr wichtig“ oder „wichtig“, dass Lebensmittel aus besonders artgerechter Tierhaltung stammen. Das hat eine Umfrage von Infratest dimap unter 1.000 Verbrauchern im Auftrag des Bundeslandwirtschaftsministerium (BMELV) ergeben, die Ressortchefin Ilse Aigner morgen auf der Grünen Woche in Berlin ausführlich präsentieren will.

Aigner wertet dies als Beleg dafür, dass „das Bewusstsein der deutschen Verbraucher für Tierschutz steigt“, wie sie anlässlich der offiziellen Vorstellung des neuen Labels „Für mehr Tierschutz“ des Deutschen Tierschutzbundes heute Nachmittag in Berlin mitteilte.

In Umfragen zeigten sich immer mehr Verbraucher dazu bereit, für Tierschutz auch mehr Geld auszugeben. Die Ministerin zeigte sich zuversichtlich, dass „die Verbraucher dies bei einer transparenten Kennzeichnung dann auch in die Tat umsetzen“.

Der Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, Thorsten Schröder, machte klar, dass das Label für seine Organisation einen Kompromiss darstellt: „Es war sicher kein leichter Schritt für den Deutschen Tierschutzbund, aber er war nötig, weil uns bisher gesetzliche Tierschutzkennzeichnungen fehlen und auch die Mindeststandards der Tierhaltung in der Landwirtschaft aus Tierschutzsicht nicht reichen.“ Das Tierschutz-Label würde nun sofort die Bedingungen für Masstiere verbessern.

Die Entwicklung des Labels hat das BMELV nach eigenen Angaben mit mehr als 1 Mio. € gefördert. Beteiligt daran waren unter anderem Forscher der Universität Göttingen und das bundeseigene Friedrich-Loeffler-Institut für Tiergesundheit (FLI). Bislang sind Geflügel- und Schweinefleischprodukte der Hersteller Wiesenhof und Vion Food Group mit dem Siegel in einzelnen Supermärkten erhältlich. Verarbeitungsprodukte wie Wurst sollen nach Angaben des Ministeriums folgen.

Das Siegel wird in einer Einstiegs- und einer Premiumstufe vergeben. Die Einstiegsstufe setzt auf den Standards der konventionellen Tierhaltung auf und räumt etwa einem Mastschwein 30 Prozent mehr Platz im Stall ein. (pio)
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