Ein Jahr nach dem Ausbruch der Dioxin-Krise flammt erneut Kritik an Agrarministerin Ilse Aigners Gegenmaßnahmen auf. Sie selbst zieht hingegen eine positive Bilanz. Den Verbraucherschützern der Organisation Foodwatch gehen die neuen Test- und Meldepflichten für Futtermittelunternehmen, die Aigner nach der Dioxin-Krise umgesetzt hat, nicht weit genug. „Das wichtigste Ziel, die Prävention von Dioxineinträgen in die Nahrungskette, wird nicht erreicht“, lautet der Vorwurf der Organisation in dieser Woche. Als Beweis nennt die Organisation die erst im November wieder in Zuckerrübenschnitzeln gefundenen erhöhten Dioxinwerte. Aigner selbst sieht hingegen keinerlei Veranlassung für Kritik. „Wir haben innerhalb eines Jahres viel erreicht“, sagte sie heute vor Journalisten in Berlin. Gerade die Dioxinfunde in den Zuckerrübenschnitzeln zeigten, dass die Kontrollen funktionierten, führte sie weiter aus. Mittlerweile hätte sie von den EU-Mitgliedstaaten die Zusage, dass es künftig auch ein EU-weit verpflichtendes Zulassungsverfahren für Futtermittelbetriebe geben soll. Offen ist allerdings nach wie vor die Frage der Haftung im Krisenfall. Aigner nannte dies eine „diffizile Frage“, welche ihr Ministerium noch immer prüfe. (sta)
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