„Gewisse gentechnisch erzeugte Pflanzen könnten für eine ertragreiche und umweltschonende Schweizer Landwirtschaft einen Beitrag leisten“, so lautet das Resümee der Akademie der Wissenschaften aus Bern. Über 35 Experten haben internationale wissenschaftliche Studien zusammengetragen und kommen zu dem Schluss, „dass die gentechnische Züchtung keine Risiken für den Menschen und seine Umwelt birgt, welche der konventionellen Züchtung nicht auch anhaften.“

Gentechnik-Studie
Die Akademien der Wissenschaften Schweiz beraten Politik und Gesellschaft in wissensbasierten und gesellschaftsrelevanten Fragen.
Des Weiteren glauben die Experten, dass ein Nebeneinander von konventionellen und gentechnisch veränderten Pflanzen selbst in der kleinflächigen Schweiz möglich sei. Derzeit werden weltweit GV-Pflanzen angebaut, die gegen das Unkrautbekämpfungsmittel Glyphosat tolerant seien. In der Entwicklung stehen aber auch Nutzpflanzen mit anderen Eigenschaften, wie pflanzeneigene Abwehrkräfte gegen Schädlinge oder Trockenresistenz.

Insbesondere bei Kartoffeln, Apfelbäumen und Zuckerrüben seien für die Schweiz interessante gentechnisch veränderte Sorten absehbar. „Die Veränderungen im Erbgut dieser neueren GV-Nutzpflanzen sind oft so beschaffen, dass kaum artfremde DNA vorhanden ist“, schreiben die Experten und ziehen den Schluss: Die Schweiz dürfe der Grünen Gentechnik nicht leichtfertig das Potential absprechen und bezüglich Forschung und Entwicklung nicht ins Hintertreffen geraten.

Zurzeit gilt noch in der Schweiz ein Moratorium, das voraussichtlich bis 2017 den kommerziellen Anbau von GV-Pflanzen verbietet. (hed)
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