Cropenergies

Aktionäre gehen leer aus


Der neue Cropenergies-Vorstand: Michael Friedmann, Joachim Lutz und Dr. Stephan Meeder (v.l.n.r.).
-- , Foto: da
Der neue Cropenergies-Vorstand: Michael Friedmann, Joachim Lutz und Dr. Stephan Meeder (v.l.n.r.).

„Wir arbeiten motiviert an der Alternative zu Erdöl". Mit diesem Appell will Joachim Lutz, seit kurzem Vorstandssprecher der Cropenergies AG, Mannheim, seine neue Kollegen anspornen. Das sind Michael Friedmann, der Ende April in den Vorstand rückte und dort jetzt für den Ein- und Verkauf von Rohstoffen, Biosprit und Futtermitteln zuständig ist. Dritter im Bunde ist Dr. Stephan Meeder, der von Lutz das Ressort Finanzen bekommt.

Das Team übernimmt seine Arbeit in schwierigen Zeiten. Im Januar erreichte der Preis für Bioethanol mit 42 Cent je Liter ein historisches Tief. Cropenergies reagierte prompt und legte die Produktion seines Werkes Ensus in England Mitte Februar 2015 still. Obwohl der Kurs für Bioethanol mittlerweile auf rund 50 Cent/Liter leicht gestiegen ist, prognostiziert Lutz für das laufende Geschäftsjahr 2015/16 (März/Februar) einen Umsatz von 625 bis 675 Mio. €. Eine Wiederaufnahme von Ensus hält er zum jetzigen Zeitpunkt für unwahrscheinlich. Es sei eine zusätzliche Reserve, wenn der Markt mal wieder wachse.

Der einzige Hoffnungsschimmer in den vergangenen Monaten war die frohe Botschaft aus Brüssel, die Beimischungsquote für Biokraftstoffe der ersten Generation auf 7 Prozent bis 2020 festzulegen. Sie hat dem stark gebeutelten Bioenergieunternehmen wieder etwas Auftrieb gegeben.

Lutz dementiert Verkaufsgerüchte - keine Dividende

 
Es sei wirklich kein angenehmes Geschäftsjahr 2014/15 Jahr für Cropenergies gewesen, gibt Lutz zu. Allerdings dementiert er entschieden Verkaufsgerüchte. „Cropenergies ist in der Südzucker-Gruppe ein wichtiges Bindeglied. Ein Verkauf macht keinen Sinn."

Cropenergies konnte den Umsatz im Geschäftsjahr 2014/15  um sechs Prozent auf 827 (Vj: 780) Mio. € erhöhen. Das operative Ergebnis sank auf minus 11 (plus 35) Mio. €. Die temporäre Stilllegung von Ensus im Wilton, England, führte zu Aufwendungen in Höhe von 37 Mio. €.  Insgesamt beendet der Konzern das Geschäftsjahr mit einem negativem Jahresfehlbetrag von 58 Mio. €. Die Aktionäre gehen deshalb in diesem Jahr leer aus. Eine Dividende wird nicht ausgeschüttet. (da)
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