Tierwohl

Aldi Süd verpflichtet Lieferanten


Aldi Süd setzt jetzt verstärkt auf Tierwohl.
-- , Foto: Peter von Bechen / pixelio.de
Aldi Süd setzt jetzt verstärkt auf Tierwohl.

Der Einkaufsleitfaden diene sowohl Lieferanten als auch den eigenen Mitarbeitern als „verbindlicher Handlungsrahmen“. Das teilt Aldi Süd heute in Mülheim mit. Er soll entlang der gesamten Lieferkette für mehr Tierwohl sorgen. Daneben ist dem Discounter auch an der Öffentlichkeitswirkung interessiert: So wird der Leitfaden auch öffentlich zugänglich gemacht.

Die Einkaufspolitik regelt sowohl die Beschaffung von Fleischprodukten sämtlicher Tierarten, Eiern, Produkten mit verarbeiteten Eiern, Milch- und Molkereierzeugnissen sowie Kleidung, Lederwaren und Kosmetik. Sie umfasst nach Angaben von Aldi Süd Grundsätze, aktuelle Maßnahmen und Ziele für tiergerechte und nachhaltige Haltungsbedingungen. Neben dem Ausschluss kritischer Produkte wie etwa Stopfleber oder Kanichenfleisch bildeten auch die Aspekte Rückverfolgbarkeit, Transparenz, unabhängige Kontrollen sowie Forschungsprojekte wichtige Bestandteile der Einkaufspolitik.

Unangekündigte Ortsbesuche

Der Leitfaden liest sich in vielen Teilen wie ein Forderungskatalog an die Lieferanten. So schreibt sich Aldi Süd auf die Fahnen, nachhaltige Haltungsbedingungen durch „Good Practice Beispiele“ zu fördern. Dabei „erwartet“ der Discounter von seinen Lieferanten, „sich bei Forschungs- und Pilotprojekten zur Verbesserung von Tierwohl-Aspekten“ zu engagieren. Aktuell würden bereits einige Lieferbetriebe aus dem Bereich der Legehennenhaltung Hennen mit ungekürzten Schnäbeln halten, betont Aldi Süd. In der Milchkuh- und Kälberhaltung wolle man künftig Prüfungen zur Entwicklung branchenweiter Standards unterstützen.

In Sachen Rückverfolgbarkeit fordert der Discounter, dass diese bei den Lieferanten jederzeit und unverzüglich auf Anfrage nachgewiesen werden müsse. Für den Fleischbereich kündigt der Discounter an, künftig alle Produkte vom Frischfleisch bis hin zu Verarbeitungsprodukten für „lückenlose Rückverfolgbarkeit“ zu sorgen. Auch würden gegebenenfalls "unangekündigt eigene Ortsbesuche" bei den Lieferbetrieben durchgeführt. Sukzessive werde ein QR-Code auf der Verpackung eingeführt, um den Kunden „chargengenaue“ Informationen zur Rohwarenlieferkette transparent zu machen.

Aldi Süd fordert bereits, dass Lieferanten von Schweine-, Rind-, Hähnchen- und Putenfrischfleisch über das QS-System zertifiziert sind. Auch unterstützt der Discounter die branchenweite "Initiative Tierwohl", die gegen ein Aufgeld an die Erzeuger die Einführung von Tierwohlstandards in der Fleischerzeugung unterstützt.  (pio)
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