Aldi Süd, so ist in der Branche zu hören, verlange ab 1. Januar 2017 nicht nur Ware von unversehrten Hennen, die Mülheimer hätten sogar eigene Kontrollen in den Betrieben angekündigt, berichtet die Lebensmittelzeitung. Auch eine Dunkelhaltung von Tieren, durch die die Kannibalisierung bei Legehennen im Bedarfsfall vermieden werden soll, will der Discounter nicht tolerieren.

Auch Rewe macht Druck

Rewe unterstütze die freiwillige Vereinbarung zum Verzicht auf Schnabelkürzen bei Legehennen, heißt es in einer Mitteilung aus Köln. Gleichzeitig pocht der Händler auf die Aufnahme in die Leitlinien des Vereins für kontrollierte alternative Tierhaltungsformen. Zudem sei es auf Grund des hohen Importbedarfs an Schaleneiern für Deutschland erforderlich, dass auch aus dem Ausland nur Eier von Tieren mit unversehrten Schnäbeln kämen. Andernfalls drohten Wettbewerbsverzerrungen.

Ripke warnt vor Überforderung

Friedrich-Otto Ripke, seit August Vorstandsvorsitzer von KAT, äußert sich im Gespräch mit der Lebensmittelzeitung zurückhaltend, was die Aufnahme der Vereinbarung in den Leitfaden angeht, und warnt vor einer Überforderung kleinerer Betriebe: „Ich halte es fachlich nicht für richtig, den KAT-Leitfaden aus dem Stand sofort zu ändern." Ripke plädiert für einen Stufenplan, der es allen Landwirten ermöglicht, die Vorschriften umzusetzen. (az)
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