Milchkrise

Aldi senkt die Preise


Mehrere Discounter haben erneut die Preise für Milch, Butter und Sahne deutlich gesenkt. Aldi und Norma bieten einen Liter frische Vollmilch für 46 Cent an - ein Abschlag von mehr als 20 Prozent auf den Preis der vergangenen Woche. Das 250-Gramm-Paket Butter verbilligte sich von 75 auf 70 Cent. Auch Schlagsahne, Kondensmilch, Kräuterquark und Joghurt wurden günstiger.

Aldi Nord begründete die Preissenkung mit dem Überangebot auf dem weltweiten Milchmarkt. Die Molkereien hätten deshalb die Milch billiger angeboten, heißt es bei dpa. Der Lebensmitteleinzelhandel (LEH) sei nicht für das aktuelle Überangebot an Rohmilch verantwortlich. Dem Schritt von Aldi dürften andere Händler folgen. Viele Wettbewerber orientieren sich im Preiseinstiegsbereich an der Nummer eins unter den Billiganbietern.

Brandenburg schlägt Alarm

Die gerade wieder neu eingeleitete Preisdrückrunde der Discounter wird vom Bauernverband und den Milcherzeugern in Brandenburg scharf kritisiert. „Wer den Liter Frischmilch für 46 ct und das 250 gr. Päckchen Butter für 70 ct verschleudert, muss sich im Klaren darüber sein, dass die Landwirte davon nicht leben könnten und er sie in den Ruin treibt.“ sagt Henrik Wendorff, Präsident des Bauernverbandes.  Auf der einen Seite werden die gesellschaftlichen Anforderungen an die Erzeugung und das Tierwohl immer weiter heraufgesetzt, auf der anderen Seite werden die Erzeugerpreise gnadenlos und unsozial massiv gedrückt.
Wenn die Preisdrückerei nicht schnell ein Ende findet, sieht Wendorff ein Sterben der Milcherzeugung und eine schneller fortschreitende Konzentration hin zu größeren Beständen voraus. Bereits jetzt steigen zahlreiche Betriebe aus der Milchproduktion aus. eispiele aus den Nachbarländern zeigen, dass auch deutlich höhere Milchpreise gezahlt werden können. An die Verbraucher appellierte er, nicht auf Lockangebote hereinzufallen. Jedem müsse klar sein, wer auf Billig setzte, könne nicht immer wieder höchste Standards von den Landwirten fordern. (da)
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