Regio zum Kampfpreis

Aldi startet mit GVO-freier Milch


Zufriedene Kühe: Aldi Süd setzt Tierwohl-Kurs fort.
-- , Foto: Wolfgang / pixelio.de
Zufriedene Kühe: Aldi Süd setzt Tierwohl-Kurs fort.

Mit der Milfina-Untermarke setzt Aldi auf tierartgerechte Haltung, Gentechnikfreiheit, Nähe zu den Erzeugern, kurze Transportwege und Qualität. Das kündigt der Discounter aus Mülheim an der Ruhr in einer Mitteilung am Donnerstag an. Produzent und Lieferant der Milch ist die Molkerei Gropper aus dem bayerischen Bissingen.

Marktbeobachter sehen in der neuen Produktlinie eine strategische Positionierung mit Blick auf politische Weichenstellungen wie der aktuell in der Diskussion stehenden, EU-weiten 'Opt out'-Regelung für Importe von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) in Futtermitteln. Hinzu komme, dass Schlagworte wie regional, Bauer und Gentechnikfreiheit gut beim Verbraucher ankämen, sagen Marktkenner im Gespräch mit agrarzeitung.de.

Die neue Aldi-Milch wird es in Bayern in den beiden Fettstufen 3,8 Prozent und 1,5 Prozent zum Preis von 65 Cent beziehungsweise 61 Cent geben. Beobachter sehen darin auch eine Kampfansage an Molkereien, die entsprechende Markenprodukte herstellen und hohe Erzeugerpreise zahlen. Das trifft in eine Zeit, in der die Milchpreise allgemein niedrig sind, das Angebot und der Wettbewerb am Weltmarkt für hiesige Erzeuger ohnehin hoch ist. Konkurrenz werde Aldi auch dem Biosegment machen, da für den Verbraucher die Unterschiede zwischen ökologisch erzeugter und gentechnikfreier Milch verschwimmen, lauten weitere Einschätzungen aus der Branche.

"Meine bayrische Bauernmilch" wird laut Aldi von 61 Milcherzeugern im Freistaat erzeugt, die sich sich am Programm „Geprüfte Qualität – Bayern“ (GQ) des bayerischen Landwirtschaftsministeriums beteiligen. Zu den Kriterien gehört, dass sie ausschließlich Milch der höchsten Güteklasse S liefern, ihre Kühe mindestens in Laufställen halten und auf GV-Futtermittel verzichten, erläutert Aldi weiter. Das neue Produkt passt somit in die Tierwohl-Einkaufspolitik, die der Discounter vor wenigen Monaten vorgestellt hat.

Bei der Vermarktung in Richtung Verbraucher setzt Aldi auf das blaue Regionalfenster der Bundesregierung, das Siegel „ohne Gentechnik“ sowie das Kennzeichen „Geprüfte Qualität – Bayern“ auf der Verpackung. Die Erzeuger, von denen die Milch stammt, können über einen QR-Code lokalisiert werden. (pio)
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