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Alfred Strothe, Gründer, langjähriger Verleger, Chefredakteur und Herausgeber des Ernährungsdienstes, ist am 15. Dezember im Alter von 82 Jahren gestorben. Strothe wurde in Essen geboren und als 17-Jähriger nach dem Abitur zum Militär eingezogen. Erst 1946 kehrte er aus dem Krieg zurück. Neben seiner journalistischen Ausbildung arbeitete Strothe nach dem Krieg in der Ernährungs- und Landwirtschaftsverwaltung der damaligen britischen Zone in Hannover, die auch das Verordnungsblatt der britischen Militärregierung für den Nahrungsmittelsektor herausgab. Daraus gründete Strothe mit 22 Jahren 1946 den Ernährungsdienst, für den er 1947 die offizielle Lizenz erhielt. Stro8the entwickelte das Blatt zu einer bundesweiten Branchenzeitung mit europäischer Bedeutung. Schon in frühen Jahren hat er die Verlagsaktivitäten erweitert. 1951 gründete Strothe die „Agrarwirtschaft“, deren Anliegen die Verbindung von Wissenschaft und Wirtschaft ist. 1953 schuf er in Zusammenarbeit mit dem Fachverband der Futtermittelindustrie, heute Deutscher Verband Tiernahrung, die Zeitschrift „Kraftfutter“, heute „Feed Magazine/Kraftfutter“. 1972 erfolgte die Übernahme der Zeitschrift „Kartoffelwirtschaft“, die lange Jahre selbstständig weitergeführt wurde und mittlerweile in den Ernährungsdienst integriert ist.

Strothes Wirken ging weit über die Grenzen der Agrarwirtschaft hinaus. So war er von 1971 bis 1979 Präsident des Verbandes Deutscher Zeitschriftenverleger. 1984 verkaufte Strothe seinen Verlag und alle Zeitschriftentitel an die Verlagsgruppe Deutscher Fachverlag, Frankfurt am Main. Lange Jahre blieb er für den Ernährungsdienst aktiv. Die Branche verliert mit Strothe einen engagierten Publizisten, der wie kaum ein anderer über viele Jahrzehnte kenntnisreich und weitsichtig Entwicklungen in der Agrarwirtschaft begleitet und bewertet hat. (ED)

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