Österreich

Alpenstaat mit Nachhaltigkeit im Hintertreffen


Bioethanol aus Österreich erfüllt bereits EU-Nachhaltigkeitskriterien. So heißt es in einer Aussendung des österreichischen Biospritherstellers Agrana AG, Wien. Die Südzucker-Tochter nimmt damit Stellung gegenüber einer Klage der EU-Kommission beim Europäischen Gerichtshof. Anklagepunkt ist die Nichtumsetzung der Richtlinie über erneuerbare Energien. Ziel der Richtlinie ist es, bis zum Jahr 2020 in der EU eine Erneuerbare-Energien-Quote von 20 Prozent zu erreichen. Die Frist für die Umsetzung durch die Mitgliedstaaten war im Dezember 2010.

Österreich hat bereits einen Teil der Rechtsvorschriften verabschiedet. Allerdings müssen einige Bestimmungen noch in nationales Recht umgesetzt werden. Dabei handelt es sich um die Regelung der Netzeinspeisung von Strom aus erneuerbaren Energiequellen und um die Nachhaltigkeitskriterien für Biokraftstoffe sowie flüssige Biobrennstoffe.

Auf letzteren Bereich hat Agrana in einer Mitteilung reagiert. Die Zielsetzung der EU, wonach ab 2018 die Treibhausgaseinsparung durch Biokraftstoffe für Neuanlagen mindestens 60 Prozent betragen muss, erfülle Agrana mit der Bioraffinerie in Pischelsdorf bereits schon heute. Die dortige Bioethanolerzeugung sei ISCC (International Sustainability & Carbon Certification) zertifiziert.

Agrana verwende nach eigenen Angaben zur Produktion von Bioethanol kein Brotgetreide, sondern ausschließlich nach strengen Nachhaltigkeitskriterien zertifizierte und für die Nahrungsmittelproduktion nicht geeignete mitteleuropäische Futtergetreideüberschüsse. 

Durch die ISCC-Zertifizierung sei eine lückenlose Rückverfolgbarkeit der Herkunft der eingesetzten Rohstoffe gewährleistet. Eine angeschlossene Weizenstärkeanlage verwerte den Rohstoff weiter, hinzu komme die Produktion des Eiweißfuttermittels Actiprot. (da)
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