Bundesenergieminister Sigmar Gabriel (SPD), Mitte, mit SPD-Politikerinnen und Unternehmern aus Thüringen.
-- , Foto: da
Bundesenergieminister Sigmar Gabriel (SPD), Mitte, mit SPD-Politikerinnen und Unternehmern aus Thüringen.

Bundeswirtschaftminister Sigmar Gabriel (SPD) sieht eine flächendeckende Energieversorgung in den kommenden Monaten als eine wichtige Weiterentwicklung der Energiewende. In dieser Woche hatte der Minister die geplante Südost-Stromtrasse durch Ostdeutschland nach Bayern vorerst gestoppt. Zu befürchten seien teure juristische Verfahren. Auch die Bürger müssten mehr an den Planungen beteiligt werden, sagte Gabriel heute in Korbußen während seiner Sommerreise durch Ostdeutschland.

Kontinuierlicher Energiefluss notwendig

Die Energiewende sei ohne Trassenbau nicht möglich. "Wir haben eine Überversorgung von erneuerbarem Strom im Norden und Osten Deutschlands und eine Unterversorgung in Süddeutschland", erläuterte Gabriel. Hier müsse durch zentrale Trassen eine Gesamtversorgung sichergestellt werden. Nur auf dezentrale Stromeinrichtungen durch Solar, Wind und Biomasse zu setzen, wäre nicht ausreichend. Energieintensive Verbraucher seien auf eine kontinuierliche Energieversorgung angewiesen.

Neue Speichermedien

In Jena besuchte der SPD-Politiker heute das Zentrum für Angewandte Forschung (ZAF). Gemeinsam forschen hier Wissenschaftler der Schiller-Universität und des Fraunhofer- Instituts nach neuen Materialien zur Energiespeicherung. Beeindruckt zeigte sich Gabriel über die Einsatzmöglichkeiten von Speicherbatterien aus heimischen Rohstoffen und damit ohne Kobalt oder Seltene Erden. Kurz vor der Marktreife stehen Kunststoff-Batterien, die zur stationären Energiespeicherung beispielsweise von Windrädern aufgestellt werden und Netzschwankungen abpuffern können. Nach Einschätzung von Gabriel würden die vorgestellten Prototypen als dezentrale Systeme zur Energiewende beitragen. Allerdings betonte der Minister, dass „wir um einen zentralen Netzausbau nicht herumkommen.“ (da)
stats