Weitere 5,4 Mio. € sollen in diesem Jahr in sechs neue Projekte fließen, um Antibiotikaresistenzen zu reduzieren. Bescheide für die Projektpartner lägen noch nicht vor, berichtet Stefan Gayl, Referent für Innovationsförderung bei der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE), gegenüber agrarzeitung.de. Für die Forschungsarbeit sollen Wirtschaft und wissenschaftliche Einrichtungen kooperieren.

Seit Herbst 2014 werden bereits vier Forschungsprojekte mit insgesamt 3 Mio. € gefördert: In einem Projekt suchen die Beteiligten nach neuen Impfstoffen, um den Einsatz von Antibiotika zu vermeiden. Die Klinik für Geflügel der Tierärtzlichen Hochschule Hannover (TiHo) und das Institut für Chemie der Universität Potsdam arbeiten gemeinsam mit veterinärmedizinischen Laboreinrichtungen daran. Die Fördermittel belaufen sich auf rund 1,6 Mio. €.

Die Partner eines weiteren Projektes entwickeln ein internetbasiertes Fortbildungs- und Datenverwaltungstool, ein interaktives E-Learning-System. Rund 320.000 € stehen dem Institut für Mikrobiologie und Tierseuchen (IMT) der Freien Universität Berlin und der Bundestierärztekammer (BTK) sowie dem Internetportal für Tiermedizin, ‚Vetion.de‘, zur Verfügung.

Rund 1 Mio. € wird investiert, um Krankheitserreger in der Geflügelzucht mit antibiotikafreier Technologie zu bekämpfen. An der Forschung beteiligt sich die biotechnologische Firma Lisando und der Impfstoffhersteller Vaxxinova.

Im vierten Projekt wird ein Software-Modul zur automatischen Melkzeugaabnahme entwickelt. Bereits vor Beginn der Trockenstehperiode einer trächtigen Kuh soll die Rückbildung des Milchdrüsengewebes eingeleitet werden. Bisher werden die Kühe über einen antibiotischen Wirkstoff trockengestellt. Die Gea Farm Technologies und das Institut für Tierwissenschaften der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn erhielten hierfür ein Budget von rund 200.000 €.

Die Projektförderung ist Teil der Deutschen Antibiotikaresistenzstrategie. Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG), das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) sind daran beteiligt. Die BLE koordiniert die Forschungsarbeiten. (has)
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