Im Plan

Angebot für Petrotec-Aktien liegt vor


Für den geplanten Verkauf der Petrotec AG, Borken, an ein amerikanisches Unternehmen liegt seit dem Wochenanfang das offizielle Übernahmeangebot an alle Aktionäre vor, das den Regeln des Wertpapierhandels an der Frankfurter Börse entspricht. Dort ist Petrotec seit 2006 gelistet.

Der Kauf soll über die REG European Holdings B.V. mit Sitz in Schiphol, Niederlande, durchgeführt werden. Es handelt sich um eine im November 2014 gegründete Tochtergesellschaft der Renewable Energy Group Inc. im US-Bundesstaat Iowa. Sie will alle Anteile kaufen. Bereits vereinbart ist die Übernahme des Anteils von rund 69 Prozent, den der israelischen Mehrheitsaktionär von Petrotec, der IC Green Energy Ltd., Tel-Aviv, hält.

Spezialisiert
Die Petrotec AG bezeichnet sich als Europas größten Produzenten von abfallbasiertem Biodiesel. Als Rohstoff dienen überwiegend Altspeisefette, umgangssprachlich auch als Frittenöl bezeichnet. Das Unternehmen sammelt die Reststoffe in eigener Regie und verarbeitet sie an den Standorten Südlohn-Oeding und Emden zu Biodiesel. Petrotec beschäftigt rund 115 Mitarbeiter. (db)
Petrotec war 2014 tief in die roten Zahlen gerutscht. Für den Zeitraum Januar bis September hatte das Unternehmen einen Konzernverlust von 1,6 Mio. € ausgewiesen. Im davor beendeten Gesamtjahr 2013 berichtete Petrotec noch von einem Konzerngewinn von 3,1 Mio. €, bei einem Umsatz von 193 Mio. €.

Vorstand und Aufsichtsrat der Petrotec AG beurteilen das jetzt vorliegende Übernahmeangebot der REG als positiv. Sie gehen davon aus, dass Petrotec die bisherige Geschäftstätigkeit fortführen und neue strategische Ziele verfolgen könne. Vorstand und Aufsichtsrat äußern sich zuversichtlich, dass weder eine Verlegung, noch eine Schließung von Standorten wesentlicher Unternehmensteile vorgesehen seien. Es soll auch keine Änderungen für die Arbeitnehmer geben.

Die niederländische REG-Holding erwägt jedoch nach Aussage des Petrotec-Managements, nach dem Kauf der erforderlichen Anteile die Petrotec-Aktien vom Börsenhandel im regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse zu nehmen. Eine Alternative wäre auch der Wechsel in den geringer regulierten Prime Standard. (db)
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