Wölfe

Angriffe auf Rinder sorgen Landwirte

Es gibt zwar in jedem Bundesland, das Wolfsgebiete ausweist, Pläne für das Wolfsmanagement. Dazu zählt beispielsweise eine finanzielle Unterstützung für den Herdenschutz in Form von Elektrozäunen und Herdenschutzhunden. Doch das reicht Landwirten nicht. Sie wollen den Wolf in seine Schranken weisen. Dieser greift offenbar auch Rinder an, die als wehrhaft gelten.

So ereignete sich ein Vorfall in Mecklenburg-Vorpommern: Nach einem Wolfsangriff bei der Niendorfer Landerzeuger GmbH in Mecklenbrug-Vorpommern, hätten Mastrinder die doppelten Weidezäune umgerissen, sich zusammengedrängt und wären beinahe auf die Straße gelaufen. Rinderhalter müssen - im Gegensatz etwa zu Schafhaltern – zum Schutz vor Wölfen bisher keine höheren Zäune bauen und spezielle Herdenschutzhunde halten. Der Ausbreitung des Wolfes will der Deutsche Bauernverband (DBV) daher Grenzen setzen. Er fordert Bestandsmanagement.

Diesen Worten schließt sich auch der niedersächsische CDU-Politiker Helmut Damman-Tamke an. Er forderte jüngst einen Erziehungsplan für Wölfe. Dieser besteht nach CDU-Plänen aus der Tötung und Entfernung eines Jungtiers aus dem Rudelverband, falls sich das Wolfsrudel Siedlungen oder Herden nähert. Dammann-Tamke schildert den ihm vorschwebenden Idealfall: „Wenn ein Wolf auf einen Menschen trifft, muss er die Rute einklemmen und Reißaus nehmen.“ Das niedersächsische Umweltministerium erinnert daran, dass dies nicht möglich ist, weil der Wolf geschützt ist. Außerdem verweist das Landwirtschaftsministerium darauf, dass sich Angriffe durch Schutzmaßnahmen verhindern ließen.

In Niedersachsen leben Wölfe erst seit 2011. Im Jahr 2012 wurden sechs Angriffe auf Nutztiere gemeldet. Im vergangenen Jahr waren es knapp 70. Neben Niedersachsen und Brandenburg leben seit 2006 auch in Mecklenburg-Vorpommern wieder Wölfe. Derzeit sind es 2 Rudel und wenige territorial lebende Einzeltiere. Das Landwirtschaftsministerium berichtet, dass Wölfe in den vergangenen zehn Jahren rund 70mal Nutz- und Haustiere angegriffen haben. Während solcher Raubzüge haben die Wölfe rund 260 Tiere getötet und knapp 100 verletzt. Die bisher gezahlte Entschädigung beläuft sich seit 2007 auf 584.000 €.

Auch in Brandenburg kommen jährlich mehr Wolfswelpen zur Welt. In den Jahren 2016/17 wurden knapp 70 Welpen geboren. Dort leben mittlerweile 16 Rudel. Der Wolf hat allerdings selbst Probleme zu überleben, so wird hin und wieder ein Tier illegal erschossen. Der größte Feind des Wolfes ist bis dato allerdings noch der Autoverkehr. Rund 70 Prozent der Tiere kommen auf der Straße um. (has)




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