Bayern-Ei

Anklage gegen Stefan Pohlmann

Hinzu kommen Medienberichten zufolge die Vorwürfe der gefährlichen Körperverletzung in 186 Fällen, vorsätzliches Inverkehrbringen gesundheitsschädlicher Lebensmittel, gewerbsmäßiger Betrug mit einem Schaden von mehr als 5 Mio. € sowie unerlaubtes Betreiben einer Anlage und Tierquälerei.

Stefan Pohlmann war im August 2015 festgenommen worden, befindet sich aber seit 2016 gegen Kaution wieder auf freiem Fuß. Inzwischen bringt das Unternehmen sogar wieder Eier auf den Markt.

Das Unternehmen Bayern-Ei soll 2014 einen länderübergreifenden Salmonellenausbruch mit mehr als 100 Infizierten ausgelöst haben. Mindestens ein Mensch soll infolge dessen verstorben sein. Die Staatsanwaltschaft gehe davon aus, dass Pohlmann bereits seit Dezember 2013 gewusst hatte, dass die Betriebe an den Standorten Aiterhofen und Wallersdorf mit Salmonellen kontaminiert waren. Trotzdem habe er noch rund ein Jahr lang weiter Eier ausgeliefert.

Bereits Mitte der Neunziger stand Pohlmann vor Gericht – zusammen mit seinem Vater Anton. Ihnen wurde vorgeworfen, in einem Hühnerstall Nikotin versprüht und einen Arbeiter dabei beinahe getötet zu haben. Anton Pohlmann wurde zu zwei Jahren Haft auf Bewährung und einer Millionenstrafe verurteilt, Sohn Stefan Pohlmann musste 100.000 DM zahlen. Ihm droht jetzt eine mehrjährige Haftstrafe. (HH)
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