Die Staatsanwaltschaft Bochum hat Anklage wegen Betrugs beim Landgericht Essen gegen 13 jetzige und frühere Angehörige des Fleischverarbeiters Tönnies in Rheda-Wiedenbrück erhoben. Bereits Ende Oktober hatte die Staatsanwaltschaft mitgeteilt, dass viele der ursprünglich rund zwei Dutzend Vorwürfe mittlerweile ausgeräumt worden seien, meldet LZ.net. Darunter waren Schwarzarbeit, Subventionsbetrug, der Verkauf von Gammelfleisch, Schmiergeldzahlungen und der Ankauf von Dioxin-verseuchten Schweinen aus Belgien. Die Staatsanwaltshaft werde aber weiter wegen des Verdachts des Betruges ermitteln, hieß es im Oktober. Ein Sprecher des Unternehmens bestätigte gegenüber den Zeitungen der Essener WAZ-Gruppe, dass es bei der Anklage um den Vorwurf des Betruges beim Rindfleisch-Anteils in von Tönnies verkauftem Hackfleisch gehe. Es wird nicht ausgeschlossen, dass die Anklage in Zusammenhang mit den Schulden des Bundesliga-Erstligisten Schalke 04 steht. Tönnies-Firmenchef ist auch Schalke-Funktionär.

Das Fleischverarbeitungsunternehmen Tönnies, Rheda-Wiedenbrück, begrüßt die von der Staatsanwaltschaft Bochum gegen ihn erhobene Anklage ausdrücklich. Damit könne sich nach einer fast dreijährigen Ermittlungszeit „endlich ein unabhängiges Gericht der Sache widmen", erklärt das Unternehmen gegenüber der Presse. (az)
 
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