Die wirtschaftlich stark angeschlagene Bezirksmolkerei Ansbach (Bema), steht nach Ansicht von Beobachtern vor dem Aus. Sie dürfte von der Molkereigruppe Omira aus Ravensburg übernommen werden. Die genossenschaftliche Molkerei im mittelfränkischen Ansbach verkaufte über Jahre hinweg  die Milch ihrer rund 400 Mitglieder nach Apulien in Süditalien. Abnehmer waren meist kleine Milchverarbeiter.  So wurden allein im vergangen Jahr über 90 Prozent der gut 110 Mio. kg Milch über den Brenner gefahren.

Die Bema soll zeitweise bundesweit ihren Mitgliedern die höchsten Molkereiauszahlungspreise gezahlt haben. Prüfer des Genossenschaftsverbandes Bayern (GVB) attestieren der Geschäftsführung wie auch dem gesamten Bema-Vorstand  massive Versäumnisse. Es werde immer deutlicher, dass  jahrelange Warnungen vor dem riskanten Italiengeschäft schlicht ignoriert wurden. Frühzeitig soll vor mafiösen Strukturen bei den Abnehmern gewarnt worden sein. Auch wurde die Bonität der Abnehmer offensichtlich nur unzureichend geprüft, versicherte ein Sprecher der Milcherzeuger auf Anfrage von agrarzeitung.de.

Nach Auskunft von Bema-Vorstand Jürgen Schwab liege der Bilanzverlust inzwischen bei 7,2 Mio. €. Es existieren allerdings Schätzungen, die noch höher liegen. Angesichts der Millionenverluste verweigerten die bäuerlichen Mitglieder den Verantwortlichen der Genossenschaftsmolkerei die Entlastung.  (HH)
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