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Große Widersprüche und Hemmnisse gebe es seitens der Gesundheits- und Agrarpolitik auf europäischer Ebene, meint Prof. Horst Geilhausen, Vorsitzender des Bundesverbandes für Tiergesundheit (BfT) e.V., Bonn. Eine "Listenmedizin" beim Antibiotikaeinsatz in der Tierhaltung entbehre jeder wissenschaftlichen Grundlage, sagte er kürzlich auf der Mitgliederversammlung des BfT in München. Die Reduzierung auf wenige zugelassene Wirkstoffe beschleunige die befürchtete Resistenzentwicklung. Die Festschreibung von Antibiotika erster und zweiter Wahl schränke die Therapiefreiheit wesentlich ein. Darüber hinaus würden gesetzlich verankerte Listen einen erheblichen Eingriff in den Wettbewerb von zugelassenen Produkten bedeuten. Insgesamt befürchte die Industrie, dass mit einem solchen Ansatz die Verterinärantibiotika-Forschung mittelfristig zum Erliegen käme. (ED)
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