In Großbritannien geht der Kartoffelverbrauch insbesondere an Frischkartoffeln zurück. Darum startet die Geschäftsführerin der britischen Kartoffelorganisation BPC einen dringenden Aufruf an die Erzeuger, eine kleinere Fläche mit Kartoffeln zu bestellen: „Pflanzen Sie, was der Markt von Ihnen verlangt. Aber pflanzen Sie nur so viel, wie Sie sicher verkaufen können“, lautet die Botschaft von Fiona Fell mit Blick auf die Saison 2015/16.

In den Supermärkten hat sich der rückläufige Trend zwar etwas stabilisiert: So konnte der Frischkartoffelabsatz im vorigen Jahr um rund 2 Prozent zulegen, aber im Jahr 2013 wurde der Rückgang auf 8 Prozent gegenüber dem Vorjahr beziffert. Damit scheint sich in Großbritannien der gleiche Trend einzustellen wie in Deutschland, Spanien oder Frankreich. „Zwei Jahre mit einem überversorgten Markt bereiten den Kartoffelerzeuger ernsthafte Probleme“, resümiert Fell.

Nicht nur der Frischkartoffelabsatz lahmt, sondern auch der Verbrauch der Verarbeiter nimmt ab, weil die Unternehmen eine immer höhere Rohwarenausbeute erzielen. Auch darauf sollen sich die Erzeuger einstellen. Darum rät sie zum Vertragsanbau als Schutzmaßnahme für Erzeuger. Allerdings weist Fell auch darauf hin, dass Erzeuger sich an ihre Verbände wenden sollen, wenn ihr Vertragspartner sich nicht an die Vereinbarungen hält. „Wir ermutigen die Erzeuger, deren Kontrakte in diesem Jahr nicht korrekt abgerechnet wurden, sich an den Bauernverband zu wenden für Rechtsbeistand“, so Fell. (brs)
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