Die argentinischen Rindfleischexporte brechen zusammen. Ein Grund ist die starke Landeswährung. Die Lieferungen sind auf ein Niveau gefallen, auf dem sie sich seit fast zwei Jahrzehnten nicht bewegt haben. Als Gründe für den Absturz nennt das Agrarische Informationszentrum (AIZ), Wien, die hohe Inflation und den starken Peso. Die Ausfuhren lagen den Angaben zufolge in der 1. Jahreshälfte 2012 bei nur 60.295 t. Laut der argentinischen Handelskammer der Fleischindustrie, Ciccra, war das ein Einbruch um 27 Prozent - ausgehend von einem bereits schwachen Niveau Anfang des Jahres. Rund 28 Prozent der Exporte gingen ins Nachbarland Chile, 19 Prozent nach Russland und 7 Prozent nach Deutschland.

Argentinien hat dem Bericht zufolge auf dem globalen Rindfleischmarkt in den vergangenen Jahren stetig an Boden verloren. Exportbeschränkungen der Regierung, Preiskontrollen und eine große Dürre im Jahr 2009 führten dazu, dass viele Viehzüchter ihre Tiere massiv zur Schlachtbank führten. Im vergangenen Jahr begann die Regierung in Buenos Aires, die Export- und Preisbeschränkungen zu lockern. Die Maßnahmen zeigten Wirkung: Die Viehzüchter fingen langsam wieder an, ihre Bestände zu vergrößern. Doch durch die jahrelang galoppierende Inflation und den Versuch des Landes, den Wert des Peso dem US-Dollar gegenüber relativ stabil zu halten, konnten argentinische Konsumenten ausländische Fleischeinkäufer überbieten.

Im Jahr 2009 war Argentinien weltweit der drittgrößte Rindfleischexporteur. Mittlerweile würden Marktexperten davon ausgehen, dass das südamerikanische Land in diesem Jahr auf den 8. Platz zurückfallen könnte, so AIZ. (az)
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