Umstrukturierung

Arla baut Personal ab


An den Milchmärkten bläst Gegenwind.
-- , Foto: Arla
An den Milchmärkten bläst Gegenwind.

Arla stellt das Führungsteam neu auf und verspricht eine effizientere Organisationsstruktur. Zentralisiert werden die Bereiche Supply Chain, Finanzen und Personal. Als Folge dieser Veränderungen rechnet Arla nach eigenen Angaben damit, rund 500 der 7000 Stellen für Verwaltungsmitarbeiter im gesamten Unternehmen streichen zu müssen. Mitarbeiter in Produktion und Logistik seien von dieser Veränderung nicht betroffen, heißt es heute aus Zentrale im dänischen Viby.

Führungsteam geschrumpft

„Europa erlebt einen immensen Preisdruck und ein sehr geringes Wachstum, es herrscht starker Wettbewerb“, begründet Peder Tuborgh, Vorstandsvorsitzende von Arla Foods, die Maßnahmen. Und weiter: „Wir müssen beweglicher und kosteneffizienter werden.“ Die Veränderung beginnt an der Spitze der Organisation. Tuborgh als Vorstandsvorsitzender (CEO) hat das Führungsteam von bisher neun auf jetzt sieben geschrumpft. Die Märkte sind geografisch in die beiden Geschäftsbereiche „Europa“ und „International“ eingeteilt. Neu ist der Bereich Marketing & Innovation, der erstmals zur Führungsspitze gehört.

Wachstum im Blick
Die Wachtsumsaussichten konzentriert Arla auf die acht Produktgruppen:
  • Milch und Milchpulver
  • Milchmixgetränke
  • Streichkäse
  • Joghurt
  • Butter und Streichfette
  • Käsespezialitäten
  • Mozzarella
  • Inhaltstoffe

Als sechs Wachstumsregionen nennt Arla Nordeuropa, den Nahen Osten, China, Nigeria, die USA und Russland. Bis 2020 sollen etwa die Hälfte des Wachstums aus Europa und die andere Hälfte aus den übrigen fünf Regionen stammen. (db)
Die Neuaufstellung soll helfen, die Ziele der im Dezember 2015 vorgestellten neuen Unternehmensstrategie „Good Growth 2020“ zu erreichen. Darin ist vorgesehen, die verarbeitete Milchmenge bis zum Jahr 2020 um etwa 18 Prozent zu steigern. Dafür müssen allerdings neue Kunden und Märkte erschlossen werden. Das Unternehmen hat für das Wachstum acht Molkereiproduktkategorien und sechs Marktregionen definiert.

„Viele Jahre lang ist Arla hauptsächlich durch Fusionen mit Genossenschaften gewachsen, deren Milch bereits einen Platz auf dem Markt hatte“, analysiert Tuborgh. Künftig habe Arla aber nur Erfolg, wenn die Organisation aus eigener Kraft Wertschöpfung generiert. Bereits 2016 steht Arla nach Aussage des Vorstandsvorsitzenden vor der Herausforderung, Absatzmöglichkeiten für zusätzliche 600 Mio. kg Milch zu schaffen. Arla verarbeitet zurzeit etwa 14 Mrd. kg Milch. (db)
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