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Die dänisch-schwedische Molkereigenossenschaft Arla Foods, Viby, will ihre Aktivitäten in Deutschland ausbauen. Deutschland sei aus Sicht des Unternehmens der viertgrößte Markt, erläuterte Tim Örting Jörgensen, Direktor des Geschäftsbereichs Consumer International, auf dem Molkereikongress in Wiesbaden Ende vergangener Woche. Seit vielen Jahren arbeite Arla erfolgreich in Deutschland, nun sei der nächste Schritt erforderlich, sagte Jörgensen. Über konkrete Absichten zur Übernahme deutscher Molkereien äußerte er sich nicht. Als Wachtumsregionen für die Milcherzeugung sieht er die nördlichen Teile Deutschlands und der Niederlande sowie Polen.

Eine rasche Weiterentwicklung der Milchverarbeitung sei notwendig, weil sich, neben kostensenkenden Effekten einer höheren Produktion, vor allem der Lebensmitteleinzelhandels (LEH) internationaler positioniere. Der LEH stelle im Hinblick auf die Führung von Marken in den jeweiligen Märkten Forderungen an seine Lieferanten. So müsse die kostengünstige Belieferung an allen Standorten des LEH gewährleistet werden. Als Beispiel nannte Jörgensen das deutsche Unternehmen Aldi. Im Jahr 1997 sei der Discounter in sechs Ländern vertreten gewesen, heute seien es 15 Länder. Andere Unternehmen wie die britische Tesco-Gruppe würden in gleicher Weise verfahren. Daher werde Arla konsequent seine daraus abgeleitete Strategie umsetzen. Die absehbare wirtschaftliche Rezession verschärfe nur den Handlungsdruck, unterstrich Jörgensen.

Im vergangenen Jahr erzielte Arla Foods nach Angaben von Jörgensen mit etwa 16.000 Mitarbeitern einen Umsatz in Höhe von etwa 6,5 Mrd. €. (jst)

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