Bilanz

Arla rechnet mit schwachem Jahr


Das globale Angebot an Milch übersteige weiterhin die Nachfrage, hält die Molkereigenossenschaft am Mittwoch fest und erwartet einen Umsatz und Gewinn auf Vorjahresniveau. Außerdem kündigt Arla eine Fortsetzung des Sparkurses an: Im Zeitraum 2016 bis 2020 will die Molkerei 400 Mio. € einspraren, davon 100 Mio. € bereits im laufenden Jahr. Das Sparziel für die Jahre 2012 bis 2015 von 330 Mio. € habe man erreicht, teilte das Unternehmen mit.

Wachstumsplan 2020
Die Wachtsumsaussichten konzentriert Arla auf die acht Produktgruppen:
  • Milch und Milchpulver
  • Milchmixgetränke
  • Streichkäse
  • Joghurt
  • Butter und Streichfette
  • Käsespezialitäten
  • Mozzarella
  • Inhaltstoffe

Als sechs Wachstumsregionen nennt Arla Nordeuropa, den Nahen Osten, China, Nigeria, die USA und Russland. Bis 2020 sollen etwa die Hälfte des Wachstums aus Europa und die andere Hälfte aus den übrigen fünf Regionen stammen. (db)
Erst Anfang Februar hatte Arla bekannt gegeben, 500 der 7.000 Stellen in der Verwaltung abzubauen. Im Oktober hatte das Unternehmen angekündigt, mit dem Werk in Kißlegg einen weiteren, ehemaligen Standort der Allgäuland Käsereien zum März 2016 zu schließen. Weiteres Wachstum soll die Strategie 2020 bringen, laut der die Molkerei sich auf acht Produktgruppen und sechs Märkte konzentrieren will (siehe Infobox).

Umsatz sinkt um mehr als 3 Prozent

Im Jahr 2015 hat Arla einen Umsatz von 10,3 Mrd. € ausgewiesen. Das ist ein Rückgang von 3,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das steigende Milchangebot in Europa hat in Kombination mit einer schwachen Nachfrage aus Europa die Preise auf dem Weltmarkt sinken lassen, begründet Arla den Rückgang und gibt sich dennoch zufrieden: Man habe „unter schwierigen Bedingungen eine solide Leistung abgeliefert“, so der Kommentar. Der Gewinn von 295 Mio. € entspricht 2,8 Prozent des Umsatzes – normalerweise will der Arla-Aufsichtsrat eine Umsatzrendite von mindestens 3 Prozent sehen.

Global zeigt sich allerdings eine unterschiedliche Entwicklung. So hat die schwächere beziehungsweise fehlende Nachfrage von europäischer Milch aus Russland und China Arlas Umsatz in den europäischen Kernmärkten um rund 200 Mio. € oder 3 Prozent sinken lassen. Außerhalb von Europa dagegen konnte Arla den Umsatz mit Markenprodukten zum Teil deutlich ausbauen: So stieg der Absatz im Nahen Osten und Nordafrika um 20 Prozent, in den USA um 14 Prozent und in China trotz Nachfrageschwäche um 50 Prozent steigern.

Erzeuger bekommen deutlich schwächeren Milchpreis

Die Schwäche am Milchmarkt bekommt nicht nur das Unternehmen, sondern bekommen auch die Erzeuger zu spüren. Der Milchabnahmepreis lag 2015 bei 33,7 ct/kg Milch nach noch 41,7 ct/kg Milch im Vorjahr. In einem insgesamt übersättigten Milchmarkt hatte Arla Schwierigkeiten, ihre Gesamtmenge an Milch von 14,2 Mrd. kg (plus 622 Mio. kg gegenüber 2014) gewinnbringend zu vermarkten. (pio)
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