Starker Wettbewerb

Arla schließt Standort im Allgäu


Die Molkereigenossenschaft Arla Foods schließt ihr Produktionswerk in Kißlegg-Zaisenhofen im Landkreis Ravensburg. Die Schließung erfolgt zum März 2016. Eine Weiterführung des Standorts im Allgäu ließe sich „aus wirtschaftlichen Gründen nicht darstellen“, sagte Winfried Meier, in der Arla-Geschäftsführung verantwortlich für die Region, diese Woche. Das Unternehmen reagiere auf den „massiven Preisverfall“ und den „hohen Wettbewerbsdruck in den internationalen Märkten“, heißt es weiter in einer Mitteilung.

Damit macht ein weiterer, ehemaliger Standort der Allgäuland-Käsereien dicht, die Arla Foods im Jahr 2011 übernommen hatte. Kurz nach der Übernahme hatte die dänische Molkereigenossenschaft bereits den Standort von Bergland Naturkäse im bayerischen Riedlingen geschlossen.

Osteuropa produziert Hartkäse günstiger

Im aktuellen Fall hat die rückläufige Nachfrage nach dem in Kißlegg hergestellten Hartkäse ‚MonRocco‘ den Ausschlag für die Werksschließung gegeben. „In den vergangenen drei Jahren hat sich die Wettbewerbssituation extrem verschärft. Insbesondere in Osteuropa wird das Produkt ‚MonRocco‘ viel günstiger produziert, als wir das am Standort Kißlegg leisten können“, erläutert Meier.

Betroffen von der Werksschließung sind 38 Mitarbeiter. Gemeinsam mit Betriebsrat und der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hat die Molkereigenossenschaft einen Sozialplan und Interessensausgleich für die Mitarbeiter erarbeitet. So biete Arla der Belegschaft in Kißlegg an, sich auf 19 freie Arbeitsstellen zu bewerben, die sich überwiegend im Allgäu, aber auch an anderen Standorten befinden.

Milchmenge auf andere Standorte umgelenkt

Arla betont, dass das Allgäu für das Unternehmen „insgesamt ein wichtiges Standbein“ sei. Die Standorte Bad Wörishofen, Sonthofen und Wertach würden künftig besser genutzt. Die rund 40 Mio. kg Milch, die bislang jährlich in Kißlegg verarbeitet werden, werden nach Informationen von Arla auf diese drei Standorte umgelenkt. Zudem will Arla das Produktportfolio erweitern und ab Jahresbeginn 2016 die Regionalmarke „Allgäuland“ wieder im Einzelhandel anbieten. Unter der bereits bekannten Marke würden zunächst Trinkmilch und einige weitere Produkte im Bereich Frische und Butter eingeführt, teilt das Unternehmen mit.

Die Marke Allgäuland hatte Arla nach Übernahme der Allgäuland-Käsereien eingestellt. Damals hatte die Molkerei den Fokus mehr auf internationale Märkte legen wollen, erläuterte ein Sprecher auf Anfrage von agrarzeitung.de. Nun sehe man die Chance, über die Marke Allgäuland den Trend zu regionalen Produkten zu bedienen. (pio)
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