Prämienmodell

Arla setzt auf GVO-freie Milch

Für GMO-freie Milch sieht Arla in Deutschland einen wachsenden Markt.
-- , Foto: Arla
Für GMO-freie Milch sieht Arla in Deutschland einen wachsenden Markt.

Die steigende Nachfrage nach Lebensmitteln, die ohne den Einsatz von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) hergestellt werden, veranlasst Arla sich stärker mit diesem Marktsegment auseinanderzusetzen. Die europäische Molkereigenossenschaft möchte mehr Landwirte ermuntern, auf GVO-Futtermittel zu verzichten. Der Markt sei zunehmend dazu bereit, dafür einen Aufpreis zu zahlen, stellt Arla fest. Vor allem in Deutschland würden mehr und mehr Händler nach Milchprodukten fragen, bei deren Erzeugung GVO-freie Futtermittel eingesetzt wurden.

Erfahrungen aus Bio-Produktion nutzen

Die Molkerei sieht sich selbst in einer günstigen Position, diesen Trend aufzugreifen. Schon heute sei Arla der weltweit größte Verarbeiter von Biomilch. Alle schwedischen Milcherzeuger würden schon immer auf GVO-Futter verzichten. Insgesamt würden schon 20 Prozent der Milch ohne GVO produziert. Um die steigende Nachfrage zu bedienen, müsse Arla mehr Landwirte gewinnen, die dazu bereit sind, ihre Betriebe auf gentechnikfreie Futtermittel umzustellen, erklärt der Aufsichtsratsvorsitzende Åke Hantoft. Fragen zur Logistik und zur getrennten Produktion sollen in den kommenden Monaten geklärt werden.

Keine grundsätzliche Ablehnung der Gentechnik

Der Handel sei bereit, für die gentechnikfreien Produkte einen höheren Preis zu zahlen. Die höheren Erlöse sollen in die beteiligten Landwirte weitergereicht werden. Diskutiert wird über einen Zuschlag von 1 Cent je Kilogramm Milch. Hantoft betont, dass diese Entscheidung auf dem wirtschaftlichen Potenzial beruht und nicht etwa bedeutet, dass Arlas Genossenschaftsmitglieder einen neuen Standpunkt zum Thema Gentechnik einnehmen würden. Arla begrüße innovative Lösungen und neue Technologien, die sich positiv auf die Landwirtschaft auswirken und dabei helfen, die wachsende Weltbevölkerung auf nachhaltige Weise zu ernähren. „Wir verschließen uns nicht vor der Gentechnik und werden die wissenschaftliche Forschung weiterhin hinsichtlich der Vor- und Nachteile der Gentechnik beobachten“, stellt der Aufsichtsratsvorsitzende klar. (SB)
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