Milchmarkt

Arla tritt auf die Bremse


Nur noch 2 Prozent des erwarteten Umsatzes und somit 215 Mio. € in diesem Jahr will Arla Foods für Investitionen ausgeben. Das sieht das jetzt durch den Aufsichtsrat der Molkerei genehmigte Investitionsbudget vor. Ursprünglich hatte Arla vorgehabt, 3 Prozent des erwarteten Umsatzes in Investitionen fließen zu lassen.

Die Genossenschaftsmolkerei reagiert mit der Kürzung des Budgets auf den weltweit fallenden Milchpreis. Der stellvertretende CEO von Arla Foods, Povl Krogsgaard, bezeichnete den Einschnitt als „dringende Notwendigkeit“. Jedoch zeigt Krogsgaard sich zuversichtlich, mit dem nun genehmigten Investitionsbudget die wesentlichen Bestandteile ihres Wachstumsprogramms „Strategie 2017“ umsetzen zu können.

Upahl bekommt knapp 24 Mio. €

In Deutschland kündigt Arla in dem Zusammenhang Investitionen am Standort Upahl in Mecklenburg-Vorpommern an: Dort sollen 23,7 Mio. € vor allem in die Erweiterung der Quarkproduktion fließen. Am Standort Pronsfeld in Rheinland-Pfalz investiert Arla 8,7 Mio. € in neue Abfüllanlagen.

Mit dem Wachstumsprogramm bereitet Arla sich zudem auf das Quotenende in der EU im April dieses Jahres vor. Die Molkerei geht davon aus, dass nach dem Wegfall der Produktionsbeschränkungen bis zum Jahr 2020 etwa 2 Mrd. kg zusätzliche Milch zur Verarbeitung zur Verfügung stehen werden.

Diese Milchmengen will Arla zum einen ins Ausland lenken: So sollen die Drittlandsexporte aus Europa heraus bis 2017 verdoppelt werden. Zum anderen soll die Milch für Markenprodukte im Lebensmitteleinzelhandel und für die Gastronomie verwertet werden, wo nach Einschätzung von Arla eine hohe Wertschöpfung erreicht werden kann. (pio)
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