Artland Fleischwaren beantragt Insolvenz

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Die Übernahme der angeschlagenen Artland Fleischwaren, Badbergen, durch die Tönnies-Gruppe ist gescheitert. Das Unternehmen hat beim Amtsgericht Bersenbrück die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt. Zum Insolvenzverwalter wurde der Rechtsanwalt und Notar Heinrich Stellmach, Bocholt, bestellt. Nach zweitägigen Verhandlungen mit dem Betriebsrat und der Gewerkschaft NGG hatten die Tönnies-Vertreter am Dienstag ihr Übernahmeangebot überraschend zurückgezogen. Tönnies hatte den Beschäftigten zwei Sanierungspläne vorgelegt: Nachdem zunächst die Reduzierung der Arbeitsplätze von 540 auf 400 geplant war, wurde später ein zweiter Vorschlag gemacht: Der Erhalt aller Arbeitsplätze bei Verzicht auf Zulagen für Überstunden, Nacht- und Feiertagsarbeit, Einführung der 42-Stunden-Woche und Reduzierung des Urlaubs auf 25 Tage. Betriebsrat und Geschäftsführung der Artland-Fleischwaren machen sich gegenseitig für das Scheitern der Verhandlungen verantwortlich. Die Geschäftsleitung wirft den Mitarbeitervertretern eine starre Haltung vor. Die Gewerkschaft verweist dagegen darauf, dass die Gespräche gerade erst begonnen und aus Sicht der Mitarbeiter Chancen auf eine Einigung bestanden hätten. (SB)
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