Aufschub für Neonicotinoide


Die EU-Mitgliedstaaten fordern mehr Zeit, bevor sie über Neonicotinoide entscheiden. Die Abstimmung ist vertagt.

Die ursprünglich für den kommenden Montag vorgesehene Abstimmung über die künftige Verwendung von Neonicotinoiden im Ständigen Ausschuss für die Lebensmittelkette findet nicht wie geplant statt. Eventuell Mitte März könne sie erneut auf der Tagesordnung stehen, vermutet der Sprecher von EU-Verbraucherkommissar Tonio Borg.

Vor dem Europäischen Parlament betonte der Kommissar in dieser Woche, er halte an einem ausgewogenen Vorschlag fest. Dazu gehört ein auf zwei Jahre befristetes Verbot für einige der möglicherweise gefährlichen Substanzen für die Bienen. Anwendungen für Zuckerrüben und Getreide sind im Kommissionsvorschlag von dem Verbot ausgenommen.

Mehrere Abgeordnete wiesen auf Verluste für Landwirte hin, wenn die Insektizide nicht mehr zur Verfügung stehen. EU-Agrarverbände haben Schäden von 17 Mrd. € durch ein Verbot errechnet. Die Europäische Lebensmittelbehörde wiederholte dagegen ihre Zweifel an der Sicherheit der Neonicotiniode vor dem Parlament. Im Ständigen Ausschuss braucht der Vorschlag eine qualifizierte Mehrheit, um angenommen zu werden. (Mö)
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