Geflügelpest

Aufstall-Pflicht am Bodensee

Freiland verboten. Baden-Württemberg muss auch aufstallen
-- , Foto: Pixelio
Freiland verboten. Baden-Württemberg muss auch aufstallen
Bei 37 am Bodensee tot aufgefundenen Enten ist das Virus H5N8 nachgewiesen worden. Bei weiteren 13 Funden laufen die Untersuchungen noch. Die Fundorte liegen rund um den Bodensee in Konstanz, Radolfzell, Moos, Bodman-Ludwigshafen und Friedrichshafen. Angesichts dieser Entwicklung warnt heute das Friedrich-Loeffler-Institut: In Deutschland sei von einem hohen Eintragsrisiko durch Kontakte zwischen Wildvögeln und Nutzgeflügel auszugehen. Das betrifft insbesondere Ställe in der Nähe von Wasservogelsammelplätzen. Die Bundesforschungsanstalt für Tiergesundheit empfiehlt strenge Biosicherheitsmaßnahmen in allen Geflügelbetrieben und verstärkte Untersuchungen von Geflügelhaltungen.

Bodensee und Rhein unter Beobachtung


Heute wurde behördlich angeordnet, in einem Uferstreifen von 1.000 Metern Breite am Bodensee Geflügelbestände aufzustallen. In diesem Schutzstreifen gelten zusätzlich besondere Sicherheitsmaßnahmen, die auch vorsorglich entlang des gesamten baden-württembergischen Rheinufers auf 500 Meter Breite angeordnet sind, erklärte der baden-württembergische Landwirtschaftsminister Peter Hauk heute bei einer Ortsbegehung in Konstanz. Flankierend dazu betreibe man ein engmaschiges Monitoring am Bodensee und entlang des Rheins. 


Österreich bestätigt H5N8


In Vorarlberg wurden bei fünf Wildvögeln Erreger der Vogelgrippe nachgewiesen. Die verendeten Tiere waren über das Wochenende rund um den österreichischen Teil des Bodensees gefunden worden. Untersuchungen ergaben, dass es sich um den hochpathogenen Typ H5N8 handelt. Bislang gibt es in Österreich keine Anhaltspunkte, dass auch Hausgeflügel betroffen ist.

Im Norden weitere Verdachtsfälle

In Schleswig-Holstein gibt es weitere Verdachtsfälle von Geflügelpest bei Wildvögeln. Enten aus dem Kreis Rendsburg-Eckernförde seien heute bei ersten Untersuchungen des Landeslabors positiv auf Influenza-A-Viren des Subtyps H5 getestet worden, teilte das Umweltministerium in Kiel mit. Eine endgültige Feststellung der Geflügelpest durch das zuständige Friedrich-Löffler-Institut (FLI) auf der Ostseeinsel Riems stehe aber noch aus. Die fünf toten Vögel wurden nach Angaben der Kreisverwaltung bei Fleckeby an der Schlei gefunden. Die zuständige Veterinärbehörde bereitet die Ausweisung von Schutzgebieten vor, hieß es in einer Mitteilung. Im Kreis Plön sind zuvor an acht Seen etwa 240 tote Wildvögel mit dem Erreger H5N8 entdeckt worden. Im ganzen Land gilt die Stallpflicht für Geflügel.


Mecklenburg-Vorpommern bereitet Aufstallungspflicht vor

Landwirtschaftsminister Till Backhaus trifft angesichts der sich nähernden Geflügelpest Vorkehrungen. "Auch wenn wir noch keinen Nachweis des aktuellen Geflügelpesterregers H5N8 in Mecklenburg-Vorpommern haben, müssen wir uns darauf einstellen, dass das Virus auch unser Land erreicht", so Backhaus. Aktuell werden Totfunde von Wildvögeln untersucht. Sollte das Virus in einem der toten Tiere nachgewiesen werden, wird umgehend eine Aufstallungspflicht veranlasst. Der Minister weist zudem erneut auf die Pflicht aller Geflügelhalter zur Anmeldung ihrer Geflügelbestände bei dem zuständigen Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt hin, sofern dies noch nicht erfolgt ist.

Virus verändert

Laut Friedrich Loeffler-Institut gibt es Anhaltspunkte für eine Veränderung des Virus. Bisher sind keine Fälle von HPAIV H5N8 Infektionen beim Menschen gemeldet. Verlässliche Aussagen zur Virulenz des Erregers für den Menschen sind derzeit noch nicht möglich, da sich das Virus verändert haben könnte. (kbo)


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